MA 48-Entscheidung
Warum keine Sperrmüll-Sammelstellen in Mariahilf errichtet werden
- Abgestellte Matratzen, kaputte Sessel oder alte Regale gehören vielerorts inzwischen zum Straßenbild großer Städte. (Symbolbild)
- Foto: z.V.g.
- hochgeladen von Marlene Graupner
In der Bezirksvertretungssitzung im Frühling stellten alle vertretenen Parteien einen gemeinsamen Antrag zur Errichtung von Sperrmüll-Sammelstellen. In der jüngsten Sitzung wurde der Antrag allerdings zurückgezogen. Warum? MeinBezirk hat nachgefragt.
WIEN/MARIAHILF. Abgestellte Matratzen, kaputte Sessel oder alte Regale gehören vielerorts inzwischen zum Straßenbild großer Städte. Wohin mit dem Sperrmüll, wenn kein Auto zur Verfügung steht? In der Bezirksvertretungssitzung im Frühling wurde ein gemeinsamer Antrag aller im Bezirksparlament vertretenen Fraktionen zur möglichen Errichtung von Sperrmüll-Sammelstellen einstimmig angenommen.
Der Antrag wurde von Neos, ÖVP, SPÖ, Grünen, FPÖ sowie KPÖ/Links eingebracht. Die Bezirksvertretung ersucht darin, die zuständige Magistratsabteilung für Abfallwirtschaft und Straßenreinigung – MA 48 zu prüfen, welche Möglichkeiten der Einrichtung von Sammelstellen für Sperrmüll im Bezirk geschaffen werden können.
Wohnortnahe Entsorgung
In der Begründung wird auf die besonderen Herausforderungen in dicht verbauten innerstädtischen Bezirken wie Mariahilf verwiesen. Viele Menschen könnten Sperrmüll aus unterschiedlichen Gründen nicht selbst zu den Mistplätzen transportieren. Gleichzeitig werde im Bezirk eine Verringerung des privaten Autoverkehrs angestrebt. Daher brauche es auch entsprechende Angebote für eine wohnortnahe und unkomplizierte Entsorgung.
- In der Bezirksvertretungssitzung im Frühling wurde ein gemeinsamer Antrag aller im Bezirksparlament vertretenen Fraktionen zur möglichen Errichtung von Sperrmüll-Sammelstellen einstimmig angenommen. (Symbolbild)
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Als mögliche Lösung werden Sperrmüll-Sammelstellen genannt, die etwa zu bestimmten Terminen eingerichtet werden könnten. Dadurch könnte nicht nur die Entsorgung erleichtert, sondern auch das illegale Abstellen von Sperrmüll im öffentlichen Raum reduziert werden.
Gefährliche Abfälle
Vonseiten der MA 48 heißt es, dass die Abgabe von Sperrmüll bereits über das sogenannte „Bringsystem“ auf den 13 Wiener Mistplätzen möglich sei. Dieses Angebot sei im Städtevergleich besonders kundenfreundlich. Eine Ausweitung auf Sammelstellen im öffentlichen Raum werde derzeit allerdings nicht unterstützt.
Als Gründe nennt die MA 48 Sicherheitsrisiken durch unbeaufsichtigt abgestellten Sperrmüll, etwa durch gefährliche Abfälle oder Verletzungsgefahren. Zudem sei der organisatorische Aufwand hoch und das Kosten-Nutzen-Verhältnis schlecht. Auch zusätzliche Kosten wären laut MA 48 nicht über die Müllgebühren gedeckt.
Kostenpflichtiges Abholservice
Dies zeigte sich auch in der vergangenen Sitzung des Umweltausschusses. Die antragstellende Fraktion hat nach der Diskussion mit den zuständigen Stellen der Stadt Wien den Antrag in der vergangenen Bezirksvertretungssitzung zurückgezogen.
Bis auf Weiteres werden Mariahilfer ihren Sperrmüll wohl weiterhin zu den Wiener Mistplätzen bringen oder das kostenpflichtige Abholservice der MA 48 nutzen müssen. Der nächstgelegene Mistplatz befindet sich für viele Mariahilfer in der Kendlerstraße 38a in Ottakring.
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