Pöttelsdorf
VGT "befreit" zwei Schweine aus umstrittenem Zuchtbetrieb

In einem provisorischen Gehege vor der Schweinefabrik erkunden die Schweine den Auslauf.
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  • In einem provisorischen Gehege vor der Schweinefabrik erkunden die Schweine den Auslauf.
  • Foto: VGT.at
  • hochgeladen von Angelika Illedits

Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) befreite zwei Schweine aus einem Zuchtbetrieb in Pöttelsdorf. Bereits zuvor hat der Verein die Haltungsbedingungen der Tiere in einer Schweinezucht in der selben Gegend angeprangert und Anzeige gegen den Betrieb erstattet.

PÖTTELSDORF. Vor Ort, bei einem Schweinemastbetrieb in Pöttelsdorf hat der Verein gegen Tierfabriken mit zwei dutzend Tierschützern im Freien ein provisorisches Gehege aufgebaut. Zwei Schweine wurden laut Angaben des VGT aus dem Betrieb befreit und "erkunden neugierig den überraschenden Auslauf", wie der VGT in einer Aussendung beschreibt. "Die Schweine sehen erstmals im Leben, dass es eine Welt außerhalb der Fabriksmauern gibt, wie es ist, in der Erde zu wühlen, im Stroh zu liegen, den Regen zu spüren", heißt es weiter.

Balluch: "Der Unterschied ist wie Tag und Nacht"

Der VGT bat an, die beiden Schweine zu übernehmen. Die Tierrettung wäre bereit die Schweine abzuholen und in einem Lebenshof unterzubringen. Laut VGT stimmte der Bauer vorerst zu und ließ den Tierschützern über die Polizei ausrichten, er würde ihnen die beiden Schweine schenken. Später zog er es wieder zurück. "Es war für mich trotz meiner langen Erfahrung unglaublich zu sehen, wie begeistert diese Tiere ihre neue Umgebung erkunden. Wie sie, kaum haben sie erstmals Stroh gesehen, sofort daran gerissen, es gekaut und sich hinein gelegt haben. Der Unterschied zwischen Tierfabrik und dem Leben draußen ist wie Tag und Nacht. Der Gegensatz hier könnte nicht größer, sein, obwohl die Schweine innen und außen nur wenige Meter voneinander entfernt sind", sagt VGT-Obmann Martin Balluch.

Protest gegen die Protest-Aktion

Um gegen die VGT-Aktion zu protestieren, versammelten sich Landwirte vor dem Betrieb um mit dem VGT in Kontakt zu treten. Die an der Aktion beteiligten Tierschützer hätten keine Ahnung von Schweinen, weil in der Freilandhaltung die Schweine eine Lungenentzündung bekommen könnten, so deren Argument. Unterdessen wurde von der Landesveterinärbehörde zugesagt, um 14 Uhr eine Kontrolle des Betriebes durchführen zu wollen. In den späteren Nachmittagsstunden wurden die Tierschützer dann von der Polizei angehalten, die Aktion zu beenden. Die beiden Tiere verblieben im Mastbetrieb. Der Bauer dem der Mastbetrieb gehört, konnte bis lang noch nicht für eine Stellungnahme erreicht werden.

Die Bilder in diesem Video zeigen laut VGT die Bedingungen, unter denen die Schweine im Zuchtbetrieb leben:

Zur Vorgeschichte

Vor zirka einem Monat, Anfang Juli forderte der Verein gegen Tierfabriken die Schließung einer Schweinezucht, weil dort weibliche Schweine dauerhaft in Käfigen (Kastenstände) gesperrt sein sollen. Diese Haltungsform sei seit 2013 nur auf kurze Zeitabschnitte beschränkt erlaubt. Langzeitvideoaufnahmen würden aber beweisen, dass die Tiere weder tagsüber noch nachts aus den Käfigen befreit werden würden. Der VGT erstattete daraufhin Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft Mattersburg.
Kurz darauf wurden weitere Details zu den Umständen im Betrieb öffentlich gemacht. So sollen auch "in mindestens drei Fällen kleine Saugferkel brutal am Boden erschlagen" worden sein. Ein Video von einem derartigen Vorfall wurde auf Youtube veröffentlicht.

(Der Artikel wurde bereits mehrmals überarbeitet und aktualisiert.)

Weitere Infos zum Thema gibt es hier:

Verband Österreichischer Schweinebauern kritisiert VGT-Vorgehen
Protestaktion gegen "Horror"-Schweinehaltung
Strafanzeige wegen brutaler Zustände in Schweinezucht

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