Grüne: „Unser Trinkwasser ist gefährdet“

Sonja Sieber fordert  eine landesweite Umsetzung des Wasserschutzplans.
  • Sonja Sieber fordert eine landesweite Umsetzung des Wasserschutzplans.
  • hochgeladen von Walter Klampfer

BEZIRK. Die Mitterndorfer Senke im burgenländisch-niederösterreichischen Grenzgebiet gehört zu den bedeutendsten Grundwasserreservoirs in Mitteleuropa und versorgt über 200.000 Menschen mit Trinkwasser. Darunter befinden sich auch die EinwohnerInnen des Bezirkes Mattersburg.

30.000 Schweine

Dieses Grenzgebiet hat sich seit einigen Jahren zu einem Zentrum für große industrielle Schweinezuchtfabriken entwickelt. Lichtenwörth, direkt an der burgenländischen Grenze gelegen, hat z.B. mittlerweile zehn Mal so viele Schweine, wie EinwohnerInnen (ca. 30.000).  Das hat durch das gemeinsame Grundwasserresservoir auch Konsequenzen für den Bezirk Mattersburg.

Grundwasser gefährdet

„Durch das Ausbringen von Gülle auf den Feldern hat die Nitratbelastung der Böden – und damit die Gefährdung des Grundwassers – bereits ein bedenkliches Ausmaß angenommen. Seit Anfang des Jahres sind die Nitratwerte im Brunnenfeld Neufeld z. B. über die Grenze von 50 mg Nitrat pro Liter angestiegen“, zeigt sich Sonja Sieber, Bezirkssprecherin der Grünen, besorgt.

Resolution unterzeichnet

Die Situation schien schon im Jahr 2010 aus dem Ruder zu laufen. Damals hatte der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland bereits eine Resolution beschlossen, in welcher die zuständigen Behörden und politischen Stellen aufgefordert wurden, endlich konkrete Maßnahmen zum Schutz der Trinkwasserversorgung zu treffen. 65 Gemeinden haben diese Resolution unterschrieben – u.a. auch die Stadtgemeinde Mattersburg.

Weitere Mastbetriebe

„Das dürfte das Land Niederösterreich aber nicht beeindruckt haben,“ ärgert sich Sieber. „Man scheut sich nicht davor, Erweiterungen von Mastbetrieben ohne Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuwinken. Und man verkauft die Menschen für dumm, indem ein Wasserschongebiet für den Raum Lichtenwörth verordnet wird, aber genau die Fläche, wo die höchste Konzentration an Mastbetrieben stationiert ist, von diesem Schongebiet ausnimmt.“

Wasserschutzplan gefordert

Die Grünen Bezirk Mattersburg erneuern daher ihre Forderung aus dem Jahre 2010: „Wir fordern burgenlandweit einen umfassenden Wasserschutzplan, der die Bereiche Trinkwasserschutz, Grundwasserschutz, Abwasserentsorgung und Gewässerschutz umfasst,“ so Sonja Sieber. „Der Wasserschutzplan soll der Bevölkerung die Möglichkeit geben, gegen Ausbeutung, Verschmutzung und jede andere Bedrohung unserer Wasserreserven aktiv vorzugehen. Wasser ist die wichtigste Ressource der Zukunft.“

Bevölkerung einbinden

Der Wasserschutzplan Burgenland sollte, wenn es nach den Grünen geht, in einem demokratischen Prozess ausgearbeitet werden, der die Bevölkerung aller burgenländischen Regionen und ExpertInnen einbindet. „Auf dieser Grundlage können Einzelpersonen, BürgerInneninitiativen und Gemeinden in Zukunft zum Schutz von Wasser, Mensch und Umwelt aktiv werden“, so Sieber abschließend.

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