Keine Arztkrise in Wien-Meidling

Das Gespräch mit dem Hausarzt (hier ein Symbolfoto) ist wichtig und braucht Zeit. So kommt es zum Teil zu langen Wartezeiten.
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  • Foto: MEV Verlag GmbH
  • hochgeladen von Karl Pufler

Lange Wartezeiten und volle Ordinationen: Wie es in Meidling wirklich aussieht.

MEIDLING. Den richtigen Hausarzt zu finden, ist eine Herausforderung. Immerhin gibt es 731 Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag in Wien. 41 davon findet man in Meidling. Bei 95.955 Bezirkseinwohnern kommen so auf jeden Hausarzt laut Statistik 2.340 Patienten.

Bei einem Rundruf der bz zeigt sich, dass die Ordinationen in Meidling stark ausgelastet sind. Bei einer Stichprobe von 17 Ärzten hat sich folgendes Bild ergeben: In vielen Praxen kommt es tatsächlich zu langen Wartezeiten. Bis zu zwei Stunden muss man bei einigen Ärzten schon einrechnen.

Rat und Tat am Telefon

Positiv ist, dass viele Sprechstunden-Hilfen telefonisch Auskunft geben, wann es strategisch am günstigsten ist, vorbeizukommen. So wird die Wartezeit verringert. Auch gibt es noch einige Ordinationen, wo man recht zügig an die Reihe kommt. Es lohnt sich ebenfalls, nachzufragen, ob Termine vergeben werden.

Ein weiteres Ergebnis des Rundrufs: Zwei Meidlinger Hausärzte sind bereits an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. Hier heißt es: Nur im Notfall kommen, es werden keine neuen Patienten in die Kartei aufgenommen. Zwei weitere Ordinationen akzeptieren nur im Grätzel Wohnende als neue Patienten.

Zukunft Gruppenpraxis

Ein Problem könnte sich nun in der Zukunft sowie in neuen Wohngrätzeln ergeben. Denn während immer mehr Menschen in Wien leben, ist die Zahl der praktischen Ärzte in den letzten fünf Jahren gesunken: 35 Ordinationen wurden laut Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) geschlossen.

Das liege an der Umsetzung des regionalen Strukturplanes, aber auch daran, dass einige Planstellen nicht nachbesetzt werden konnten, so Silvia Jirsa von der Wiener Gebietskrankenkasse.

Zukunft: Gruppenpraxen

Die WGKK versucht nun vermehrt, die Gründung von Gruppenpraxen zu forcieren, um nicht besetzte Stellen für Ärztinnen und Ärzte attraktiver zu machen. Für Patienten verspricht das Verbesserungen. Längere Öffnungszeiten inklusive Tagesrandzeiten, durchgehende Öffnung das ganz Jahr über und Teamarbeit bringen Vorteile.

Derzeit sind außerdem zwei Primärversorgungszentren in Mariahilf und der Donaustadt als Pilotprojekte in Betrieb. Dort arbeiten Ärzte mit Pflegekräften und anderen Gesundheitsberufen zusammen. Bis 2020 sollen 16 solche Zentren öffnen.

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