04.10.2016, 10:58 Uhr

Der Bezirk Melk verliert seine "Landwirte"

Lehrer und Schüler waren über die kommende Veränderung zunächst tief betroffen. (Foto: LFS Sooß)

Schließung auf Raten: Innerhalb der nächsten fünf Jahre wird die Fachschule Sooß geschlossen.

SOOSS. "Wem ist das wieder eingefallen!?" – Diese Frage stellte Elisabeth Krickl – ehemalige Schülerin – auf Facebook, als sie von der Schließung der Landwirtschaftlichen Fachschule in Sooß erfuhr.
Innerhalb der nächsten fünf Jahre wird der Standort nach Pyhra übersiedeln. "2017 und 2018 dürfen wir auf jeden Fall noch Schüler aufnehmen. Diese werden wahrscheinlich die Schule auch noch hier in Sooß abschließen", so Direktorin Rosina Neuhold, "falls die Zusammenlegung aber schon früher erfolgt, werden die Schüler auf dieses Szenario vorbereitet."

Sinkende Landwirte-Zahlen

Einer der Gründe, neben der Bündelung von Standorten, die den hohen Anforderungen an die Ausbildung gerecht werden, sind die sinkenden Zahlen von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben. Gab es 1970 noch 101.262 Betriebe, so ist die Zahl kontinuierlich 
– alle zehn Jahre waren es rund 15.000 Betriebe weniger – bis 2010 auf 41.570 gesunken.
"Das sind keine rosigen Aussichten und beunruhigen mich als Vollerwerbsbäuerin sehr", erklärt Bezirksbäuerin Andrea Hohenegg betroffen. "Der Rückgang hat sich zwar verlangsamt in den letzten Jahren, hält aber leider an", erklärt die Sooßer Direktorin.

Keine Einlassungen

In Sooß merkte man dies zumindest nicht an den Schülerzahlen. Diese blieben konstant. "Auch aufgrund des Bereiches 'Soziale Dienste' und die Möglichkeit zur Matura in Aufbaulehrgängen", so Neuhold. "Schade um diese Schulgemeinschaft. Wir haben einen guten Draht zu Schülern und Lehrern", trauert die Melker Bäuerin. Apropos Lehrer: Diese müssen sich, so wie auch die Schüler, um ihre Zukunft keine Sorgen machen. "Das Land gab eine Garantie dafür ab, dass keiner seinen Job verliert. Wo es für alle hingeht, wird sich erst entscheiden", so Neuhold.
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