Gesundheitsversorgung
Buschdoktor wirft in Prinzendorf das Handtuch

Ulrich Busch wird weiterhin für seine Patienten da sein: entweder in der Ordination in Großkrut oder mit Hausbesuchen.
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  • Ulrich Busch wird weiterhin für seine Patienten da sein: entweder in der Ordination in Großkrut oder mit Hausbesuchen.
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Nach fünf Jahren und vielen Investitionen sperrt Kassenarzt Ulrich Busch seine Zweigstelle in Prinzendorf wieder zu. Die Ordination in Großkrut wird zeitlich ausgebaut.

PRINZENDORF/GROSSKRUT. Genug ist genug, sagte schon Sebastian Kurz. Nun sagt es auch Ulrich Busch. Der praktische Arzt führt eine Kassenpraxis in Großkrut und seit knapp fünf einhalb Jahren eine Zweigstelle in Prinzendorf. 
Ebendiese wird mit 1. November geschlossen. Würde er es nicht tun, riskiert er 10.000 Euro Strafe, da in den Räumen kein Rollstuhl gerechtes WC zu Verfügung steht. Dazu sind die technischen Anforderungen an Online-Datenverarbeitung mit der Kupferkabelleitung kaum bewältigbar. "Wir sollen eine Medizin des 21. Jahrhunderts mit der Technik und Struktur des 20. umsetzen" resigniert der Arzt.

Die Toiletten sind zu schmal und ohne Waschbecken.


"Wenn es finanzierbar gewesen wäre, hätten wir unterstützt", unterstreichen Bürgermeister Helmut Arzt, sowie Prinzendorfs Ortsvorsteher Alfred Hammer ihr Bedauern über den Verlust der medizinischen Vorortversorgung für die Bevölkerung im Gemeindehaus. Schon bei der Errichtung der Ordinationsräume in Prinzendorf investierten der Arzt sowie die Gemeinde in die Adaption des Gebäudes. Immer neue Vorschriften sind mit der vorhandenen Substanz nicht mehr umsetzbar.

Rückzug

Anstatt der zwei Standorte wird sich Ulrich Busch auf Großkrut konzentrieren, wo das zeitliche Angebot ausgeweitet wird. "Die Prinzendorfer Patienten, die nicht mobil sind, besuche ich nun", sorgt sich der Mediziner weiterhin um seine Prinzendorfer.

Vor fünf Jahren freuten sich die Prinzendorfer den Arzt begrüßen zu dürfen.
  • Vor fünf Jahren freuten sich die Prinzendorfer den Arzt begrüßen zu dürfen.
  • Foto: Gemeinde Hauskirchen
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Busch appelliert an die politischen Entscheidungsträger: "Es braucht im Gesundheitswesen ein dringendes Umdenken, weg von Strukturen hin zum Patienten". Eben dieser sollte Ausgangspunkt der medizinischen Versorgung sein. "Unser Gesundheitswesen ist nicht um den Patienten gebaut, sondern um die Kassen", geht der Allgemeinmediziner mit dem System hart ins Gericht.
Vor dem Hintergrund einer Pensionierungswelle einer ganzen Ärztegeneration, deren erste Ausläufer wir jetzt schon zu spüren bekommen, und einer kommenden Medizinergeneration, die zu diesen Konditionen nicht mehr arbeiten will, zeichnet sich für Busch eine dunkle Zukunft ab. Zeit Gesundheit neu zu denken, Vorbilder gibt es weltweit.

Autor:

Karina Seidl-Deubner aus Mistelbach

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