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30.000 Unterschriften für Hausapotheken

Jürgen Maschl (Bürgermeister der Gemeinde Schwadorf/NÖ), Mag. Markus Lechner (Rechtsanwalt, Sprecher der Initiative Plattform Einarztgemeinde), Dr. Andrea Man (Hausärztin aus Pillichsdorf/NÖ, Gründerin der Initiative Plattform Einarztgemeinde) und Dr. Claudia Ertl (Hausärztin aus Schwadorf) übergeben 30.000 Unterschriften aus ganz Österreich für die Umsetzung der Forderung nach ärztlichen Hausapotheken ohne Einschränkungen in allen Einarztgemeinden.
  • Jürgen Maschl (Bürgermeister der Gemeinde Schwadorf/NÖ), Mag. Markus Lechner (Rechtsanwalt, Sprecher der Initiative Plattform Einarztgemeinde), Dr. Andrea Man (Hausärztin aus Pillichsdorf/NÖ, Gründerin der Initiative Plattform Einarztgemeinde) und Dr. Claudia Ertl (Hausärztin aus Schwadorf) übergeben 30.000 Unterschriften aus ganz Österreich für die Umsetzung der Forderung nach ärztlichen Hausapotheken ohne Einschränkungen in allen Einarztgemeinden.
  • Foto: Initiative Plattform Einarztgemeinde
  • hochgeladen von Karina Seidl-Deubner

PILLICHSDORF/WIEN. Die Übergabe von Unterschriften der „Bürgerinitiative pro Hausapotheken in Einarztgemeinden“ an Gesundheitsminister Anschober ist erfolgt. Ihr Ziel ist die Abschaffung der 6-Kilometer-Grenze für ärztliche Hausapotheken und damit für die beste Möglichkeit der Medikamentenabgabe vor Ort in kleinen Gemeinden mit hausärztlicher Versorgung.

Etwa 160 Gemeinden mit rund 300.000 Einwohnern in ganz Österreich haben keine Versorgung mit Medikamenten vor Ort, obwohl sie einen Hausarzt bzw. eine mittlerweile unbesetzte hausärztliche Kassenstelle haben. „Die Bürgerinnen und Bürger dieser Gemeinden sind schwer benachteiligt“, meint Ärztin Claudia Ertl aus Schwadorf, einer der betroffenen Gemeinden.

Und sie weiß, wovon sie spricht, denn sie hat täglich mit Patientinnen und Patienten zu tun, die unter der Situation leiden. „Wir in Schwadorf hatten eine Hausapotheke, was für alle eine sehr gute Sache war. Die gesetzliche Regelung ist aber derzeit nicht auf unserer Seite. Bei uns wurde Nahversorgung und damit Lebensqualität für die Patientinnen und Patienten geraubt. Alle Verantwortlichen sollten sich einmal ansehen, was sie mit der Wegnahme unserer Hausapotheke verbrochen haben.“

Groteske Situation bei Hausbesuchen

Die nächste diensthabende öffentliche Apotheke ist aus Sicht der Schwadorfer Bürgerinnen und Bürger in einer anderen Gemeinde und in der Regel nicht zu Fuß erreichbar. In vielen Fällen gibt es keine öffentlichen Verkehrsmittel oder nur unzureichende Verbindungen. „Viele Patientinnen und Patienten sind aber nicht in der Lage, mit dem Auto zu fahren. Und bei Hausbesuchen ist die Situation besonders grotesk.“
Jürgen Maschl, Bürgermeister aus Schwadorf erklärt: „Viele Kassenstellen gerade in Niederösterreich sind schon verwaist beziehungsweise gänzlich aus dem Stellenplan genommen. Daher setze ich mich auch dafür ein, dass ärztliche Hausapotheken in solchen Gemeinden ohne Einschränkungen ermöglicht werden.“

Plattform Einarztgemeinde

„Die Situation ist schon zu lange schlecht“, kommentiert Andrea Man, Hausärztin aus Pillichsdorf, die vor mittlerweile drei Jahren die Initiative Plattform Einarztgemeinde gegründet hat, um eine Verbesserung der Situation für die Landbevölkerung zu erreichen.
Arbeitsauftrag dieser Plattform ist die politische Willensbildung mit dem Ziel der Durchsetzung eines Gesetzes, welches Hausapotheken in Einarztgemeinden ohne Einschränkungen ermöglicht. „Von meiner Ordination bis zur nächsten öffentlichen Apotheke sind es 4,8 Kilometer, diese Strecke ist für viele Menschen unüberwindbar.“
Rechtsanwalt Markus Lechner ist als Sprecher der Plattform Einarztgemeinde überzeugt: „Daher muss die 6-Kilometer-Banngrenze zur nächsten öffentlichen Apotheke für Einarztgemeinden abgeschafft werden, innerhalb derer keine ärztliche Hausapotheke geführt werden darf.

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