Komödie "Elling" im Stadttheater Mödling
Bühne frei für zwei Außenseiter
- Für Elling (Bernie Feit) und Kjell Bjarne (Robert Notsch) ist ein Telefon eine bedrohliche Angelegenheit
- Foto: Bettina Frenzel
- hochgeladen von Gabriela Stockmann
MÖDLING. "Was definiert schon Verrücktsein, was Normalität?" Das fragt sich Regisseurin Isabella Gregor, die für das Stadttheater Mödling "Elling" inszenierte, ein Schauspiel des Norwegers Axel Hellstenius nach dem Roman "Blutsbrüder" von Ingvar Ambjornsen.
Elling mit seinen Zwängen und Ängsten (sehr einfühlsam und präzise dargestellt von Bernie Feit) und Kjell Bjarne mit seiner Unsicherheit im Zwischenmenschlichen (sympathisch tollpatschig: Robert Notsch) haben sich in einer "Anstalt" kennengelernt und befreundet. Nun sollen sie im Weg über eine eigene Wohnung ins sogenannte normale Leben mit seinen Telefonen, Bars und Sexhotlines zurückfinden. Für die beiden zu Außenseitern gestempelten Männer durchaus eine Herausforderung.
Regie mit Sympathie fürs "Ver-rückte"
Man spürt die Ernsthaftigkeit und Sympathie, die die Regisseurin ihren beiden Hauptdarstellern entgegenbringt. In keiner Sekunde werden die zwei ausgelacht, wenn es auch viele humorvolle Momente in der Inszenierung gibt. Das Auftauchen der hochschwangeren und vom Mann verlassenen Nachbarin Reidun (lebensnah und unverdorben gespielt von Stephanie-Christin Schneider) bringt die Wende. Kjell Bjarne tut "es" (endlich!) zum ersten Mal in seinem Leben. Und damit sind nicht die Arbeiten an Reiduns tropfendem Wasserhahn gemeint. Elling findet derweilen Freiraum, sich zum auch medial beachteten Sauerkraut-Poeten zu entwickeln. Nach flotten eineinhalb Stunden ohne Pause gibt es ein Happy-End für eine etwas ver-rückte Normalität: ein Baby und drei Eltern. Viel Gesprächsstoff für das Getränk danach.
Zu sehen bis 24. Oktober
Den kräftigen Premierenjubel haben sich das ganze fünfköpfige Ensemble, allen voran die beiden Hauptdarsteller, aber auch das Leading Team mit der Regisseurin an der Spitze, 100%ig verdient. Zu sehen bis 24. Oktober.
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