Brausebad in der Hermanngasse
Zu Besuch im ältesten Tröpferlbad Wiens
- Badewart Ivica Jurisic und Betriebsbademeister Michal Matuszszak vor dem Warmwasserbecken im nicht einsehbaren Freibereich.
- hochgeladen von Sabine Krammer
Das Brausebad in der Hermanngasse im 7. Bezirk erlebt ein Revival: Als Saunabad ist es vor allem bei jungen Leuten beliebt.
WIEN/NEUBAU. Das älteste Tröpferlbad Europas stand in der Mondscheingasse und war der Vorläufer des heutigen Brause- und Saunabades in der Hermanngasse 28, welches als Volksbad 1908 eröffnet wurde. Ursprünglich dienten die Brausebäder zur Körperreinigung, doch durch die Anhebung der Hygieneausstattungen in den Wohnungen, ist deren Bedeutung stark rückläufig.
Betriebsbademeister Michal Matuszszak, der für 16 Standorte der Wiener Bäder zuständig ist: „1971 besuchten noch 38.668 Personen jährlich das Brausebad, heute sind es lediglich 382 pro Jahr.“ Lediglich, wenn eine Therme repariert werden muss, sich größere Jugendgruppen in Wien aufhalten, die Nutzung der eigenen Wanne durch ein Gipsbein nicht möglich ist oder wenn besondere Umstände vorliegen, nutzen die Neubauerinnen und Neubauer das Brausebad. „Die einzelnen Kabinen haben einen kleinen Vorraum zum Umkleiden, die Brausezeit beträgt eine Stunde und kostet 3,40 Euro“, so Matuszszak.
Zwei Brausebäder in Wien
Das Tröpferlbad in der Hermanngasse ist eines von zwei in Wien existierenden Brausebädern. Trotz der geringen Auslastung wird der Brausebetrieb aufrechterhalten, da die Warmwasseraufbereitung für den 1971 eröffneten Saunabetrieb notwendig ist.
- Ivica Jurisic im Technikraum des Brausebades Hermanngasse.
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Der Zusatzaufwand für die Brausebäder ist gering. Allerdings wurden die Gemeinschaftsbrausen mit offenen Duschen und Trennwänden im vergangenen Jahr geschlossen. Eine anderweitige Verwendung dieser Räumlichkeiten wird überlegt.
Von Sauna bis Infrarot
Das Saunabad in der Hermanngasse verfügt über einen großen Saunabereich mit Sauna, Dampfbad, Kalt- und Warmwasserbecken und einen nicht einsehbaren Freibereich. Badewart Ivica Jurisic: „Ganz neu sind zwei Infrarotkabinen.“ Die Sauna darf bereits von windelfreien Kleinkindern ab zwei Jahren in Begleitung eines Erwachsenen oder von Personen ab 15 Jahren besucht werden. Sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um das Wohl der Gäste.
- Badewart Ivica Jurisic gießt in der Saunakabine auf.
- hochgeladen von Sabine Krammer
Jeden Donnerstag ist reiner Damentag, am Dienstag, Mittwoch und Freitag gibt es eine gemischte Sauna. „Wir hatten im vergangenen Jahr 7.296 Besucherinnen und Besucher, allerdings 1972, im Jahr nach der Eröffnung, waren es 22.510 Besucherinnen und Besucher“, so Matuszczak. Erfreulich ist allerdings, dass immer öfter junge Leute die Sauna nutzen.
„Die Talsohle bei den Besucherinnen- und Besucherzahlen ist bereits überschritten und wir freuen uns über den Trend zur Sauna“, so der Betriebsbademeister, der für die Personalführung, die Koordination von Fremdfirmen und die technische Übersicht zuständig ist.
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