Einfach näher dran in Lackenbach
„Wir wurden herzlich aufgenommen!“

Irena Skelo mit ihrer Familie, sie haben in Lackenbach ein wunderbares Zuhause gefunden.
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  • Irena Skelo mit ihrer Familie, sie haben in Lackenbach ein wunderbares Zuhause gefunden.
  • Foto: Skelo
  • hochgeladen von Ingrid Ruf

Irena Skelo wohnt mit ihrem Mann und den beiden Kindern, der Sohn ist 14 und die Tochter 11 Jahre alt, in Lackenbach. Weil sie schon viel erlebt hat, weiß sie diesen ruhigen und doch lebhaften Ort umso mehr zu schätzen.

Flucht vor dem Krieg

Sie spricht perfektes Deutsch mit sympathischem Dialekt – als Heimat würde man nicht Bosnien vermuten. Und doch - mit 13 Jahren musste sie aus der Stadt Zenica gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester wegen dem Bosnienkrieg 1993 flüchten – es verschlug sie nach Deutschland. Der Vater durfte das Land nicht verlassen, oft hörte die Familie monatelang nichts von ihm. 1997 kehrten sie in ihre Heimat zurück. „Ich sage oft meinen Kindern, ihr könnt Corona hier im Warmen aussitzen, ihr braucht keine Angst vor Krieg oder Hunger haben.“

Studium in Wien

Nach der Matura in Bosnien studierte sie in Wien Deutsch und Geschichte. „Geschichte ist meine Leidenschaft, eigentlich seit dem Krieg, weil auch mir Geschichte passiert ist.“ Sie ist nun Lehrerin in einer NMS in Eisenstadt.

Ein einziges Haus besichtigt

Seit dreieinhalb Jahren wohnt die Familie in Lackenbach. Ihr Mann, er ist Berufssoldat, war an der Grenze in Deutschkreutz stationiert. Er schwärmte von der wunderschönen Gegend und sagte zu ihr: „Dort kannst du auf der Straße picknicken!“ Sie machten einen Ausflug, besichtigten ein Haus in Lackenbach, „ich hatte sofort ein gutes Gefühl.“ Eine Woche später wurde das Haus gekauft. „Es ist ein wunderbarer Platz, wir sind wirklich sehr herzlich aufgenommen worden und haben tolle Freunde gefunden.“

Gleich mittendrin

Volksschule, Kommunionsunterricht, Tennis, Sportplatz, gleich gab es viel Kontakt im Ort. Der Papa ist bei der Feuerwehr, und die Tochter bei der Jugendfeuerwehr. Irena durfte vor eineinhalb Jahren eine geförderte Ausbildung zum Jugendmanager absolvieren, diese Ausbildung wurde vom Land und der Gemeinde finanziert.

Projekt Schutzengel

Nach der Ausbildung, die ein Jahr dauerte, gründete sie mit einer Kollegin das Projekt Schutzengel. Das Dreieck Schule, Eltern und Kind liegt ihr am Herzen. Kinder, die Defizite haben, werden unterstützt, Wege, wie man miteinander arbeiten kann, werden aufgezeigt. Auch in der momentanen online-schooling-Phase bietet sie ihre Dienste an.

Lockdown ist schwierig

Sie betreut 180 Schüler in verschiedenen Klassen. Ihr Arbeitstag – gerade jetzt ist er sehr intensiv. Er beginnt früh um 7 und „die letzte Konferenz dauert oft bis halb neun abends.“ Der lockdown macht einen Schulalltag schwer. „Als Lehrer macht man sich viele Gedanken um jeden Schüler. Derzeit ist es schwer, die Leistungen zu beurteilen.“ Reden, anrufen, vermitteln, vorbereiten, nachbereiten, ausdrucken, vorausschauen. „Man versucht, aus 10 verschiedenen Instrumenten etwas zu finden, wie der Stoff vermittelt werden kann. Was schaffen sie alleine, was ist nicht zu langweilig, was macht ihnen Spaß?“

Liebt das Unterrichten

„Ich unterrichte gerne, ich bin sehr gerne Lehrer!“ Sie kennt die Schwierigkeit der Eltern, hat sie doch selbst zwei schulpflichtige Kinder. „Es bringt beiden Seiten nichts, wenn die Fronten verhärtet sind. Eltern und Lehrer müssen sich gegenseitig vertrauen, vertrauen darauf, dass sowohl Lehrer als auch Eltern ihr Bestes tun. Gemeinsam müssen wir die Kinder unbeschadet durch diese Zeit bringen, dafür einen Mittelweg finden. Und die Kinder in ihrer Einzigartigkeit annehmen wie sie sind!“

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