06.10.2014, 17:23 Uhr

Zehn Jahre pro mente Haus Lackenbach

Pro mente Burgenland ist ein gemeinnütziger, unabhängiger und überkonfessioneller Verein, der sich für psychisch kranke Menschen und deren Angehörige einsetzt. Seit der Gründung im November 2000 nimmt pro mente wichtige Aufgaben in der psychosozialen Versorgung im Burgenland wahr.
Seit Dezember 2004 führt pro mente Burgenland in Lackenbach ein Wohnheim mit angeschlossenem Tageszentrum für psychisch kranke Menschen.

Wichtiger Bestandteil

Bis zu diesem Zeitpunkt wurden im Mittleren Burgenland psychisch Kranke in Ritzing in einem Pflegewohnheim betreut. Aufgrund der abgeschiedenen Lage des Hauses war hier aber ein wichtiger Bestandteil in der Betreuung psychisch kranker Menschen nicht möglich, nämlich Integration und Inklusion. Es wurde nach einem neuen Standort gesucht und in Lackenbach, mitten in der Gemeinde, ein sehr guter gefunden. Nach dem Umbau eines ehemaligen Gasthauses konnten schließlich im Dezember 2004  25 KlientInnen aus Ritzing und das gesamte Betreuungspersonal in das pro mente Haus Lackenbach übersiedeln.
Im pro mente Haus Lackenbach steht psychisch kranken Erwachsenen ein dreistufiges Wohn- und Betreuungsangebot zur Verfügung:
24 Stunden Vollbetreuung im Wohnhaus – für 25 KlientInnen
Betreutes Einzelwohnen mit Betreuung im individuell notwendigen Ausmaß – derzeit 16 KlientInnen

Tageszentrum mit geregelter Tagesstruktur – für 14 KlientInnen

Individuell Therapiepläne und persönliche Betreuung und Begleitung durch fachkundige BezugsbetreuerInnen unterstützen und fördern unsere KlientInnen. Das Ziel ist, den Menschen im pro mente Haus ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und sie in die Selbständigkeit zu begleiten.
Rund 200 Besucherinnen und Besucher folgten gestern der Einladung zum Fest „10 Jahre pro mente Haus Lackenbach“. 
Obmann HR Mag. Bruno Wögerer freute sich, auch Landesrat Dr. Peter Rezar, den Lackenbacher Bürgermeister Christian Weninger und die Landtagsabgeordneten Andrea Gottweis und Rudolf Geißler begrüßen zu können.
Als Festredner des Nachmittags kam der bekannte ORF Moderator Wolfram Pirchner ins Haus Lackenbach, der sich nicht davor scheut, in aller Öffentlichkeit zu sagen: „ Ja, ich leide unter Panikattacken und Angstzuständen.“ Mit mutiger Offenheit, gespickt mit viel Humor, erzählte Herr Pirchner von seiner Krankheit und wie er den Weg zurück ins Leben fand. Mit seiner Botschaft: „Niemand muss eine psychische Erkrankung verschweigen, das ist kein Grund sich zu schämen. Lasst euch helfen, ihr seid mit dieser Krankheit nicht alleine!“ unterstrich er die Wichtigkeit der Anti-Stigma-Arbeit, die ein Schwerpunkt pro mentes ist.
Christian Weninger, Lackenbachs Bürgermeister, bestätigte, dass heute die Klientinnen und Klienten des pro mente Hauses aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken sind. „Zehn Jahre pro mente in Lackenbach ist eine Erfolgsgeschichte!“, gratulierte er dem Team und den KlientInnen des Hauses.
Dr. Peter Rezar, Bgld. Landesrat für Gesundheit und Soziales, dankte nicht nur dem Team des Hauses, sondern auch der Bevölkerung Lackenbachs für das soziale Engagement. „Integration und Inklusion psychisch kranker Menschen passiert hier und wird in Lackenbach gelebt.“, so Rezar.

Engagierte Mitarbeiter

Anna-Maria Seidl, Leiterin des pro mente Hauses Lackenbach, betont in ihren Dankesworten an die Lackenbacherinnen und Lackenbacher: „Die Akzeptanz und die wertschätzende Haltung der Gemeinde, die unsere Menschen hier erfahren, hat einen großen Stellenwert für die Bewältigung chronischer psychiatrischer Erkrankungen. Lackenbach ist hier einfach vorbildhaft.“
DSA Petra Prangl, MBA, Geschäftsführerin von pro mente Burgenland, ist stolz auf die 20 MitarbeiterInnen des Hauses, die mit großer Fachkenntnis, aber auch mit viel Herz und Liebe, das Haus zu einem Ort zum Wohlfühlen und Gesundwerden machen.
Die schönsten Glückwünsche an das Team aber überbrachten zwei KlientInnen des Hauses, die übereinstimmend sagten: „ Wir haben hier ein neues Zuhause gefunden und wissen, die BetreuerInnen sind immer für uns da, an guten und an schlechten Tagen.“
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