Die Gemeindefinanzen unter der Lupe

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BEZIRK (ebn). Der „Gemeindefinanzbericht 2016“, vergangene Woche, vom Amt der Tiroler Landesregierung veröffentlicht bietet einen Überblick über die Finanzsituation der Tiroler Kommunen. Das Konglomerat aus Zahlen und Tabellen ist aber mit etwas Vorsicht zu genießen. Selbst das Land Tirol schreibt im Vorwort zu dem Bericht: "Der Bericht ist nur beschränkt dazu geeignet, ein präzises Urteil über die Finanzlage einer einzelnen Gemeinde abzugeben Dazu bedarf es tiefergehender Recherchen und eine Betrachtungsweise über mehrere Jahre. Dieser Bericht bietet primär die Möglichkeit, Vergleiche zwischen den Gemeinden anzustellen."

Eine oft verwendete Zahl ist jene des Verschuldungsgrades. Die Bezirksblätter haben die Osttiroler Gemeinden dahingehend verglichen. Auch jene Summen die die Gemeinden vom Land erhalten, sowie jene, die sie wieder angeben müssen haben wir aus den Tabellen herausgesucht.

Wer hat am meisten Schulden?

Das prozentuelle Verhältnis der laufenden Verpflichtungen zum Bruttoüberschuss ergibt den Verschuldungsgrad. Ab 80 Prozent gilt eine Gemeinde aus vollverschuldet. Anras, Iselsberg-Stronach, Kartitsch, Prägraten, St. Veit und Untertilliach weisen einen negativen Nettoüberschuss auf und haben damit einen Verschuldungsgrad von 100 %. Mit Kals, Nikolsdorf und Schlaiten weisen drei weitere Gemeinden einen Verschuldungsgrad von mehr als 80 % auf. Die niedrigsten Werte finden sich in Leisach (8 %), Heinfels (17 %) und Amlach (21 %) auf.
Bei den tatsächlichen Schulden, bei denen auch Haftungen mit einberechnet sind, findet sich auf Platz 1 die Gemeinde Matrei mit 32.782.385 Euro. Auf Platz 2 folgt Lienz (16.369.803 Euro) und Kals (9.907.036 Euro). Die niedrigsten Schulden weisen Amlach (56.759 Euro), Leisach (74.601 Euro) und St. Johann (250.615 Euro) aus.

Weitere interessante Kennziffern im Gemeindefinanzbericht sind die Bedarfszuweisungen und die Transferzahlungen. Letztere müssen die Gemeinden an das Land Tirol abführen. "Insgesamt fällt auf, dass im Jahr 2016 die gesamten Transferzahlungen der Gemeinden mit Plus 7,1 % gegenüber dem Vorjahr spürbar gestiegen sind", heißt es in dem Bericht. In Obertilliach waren es beispielsweise 317.289 Euro. Dies entspricht einer pro Kopf Quote von 461 Euro. In St. Jakob waren es 509.561 Euro (579 pro Kopf) und in Abfaltersbach 434.816 Euro (667 pro Kopf).
So detailliert der Bericht in nahezu allen finanziellen Belangen der Gemeinden ist, bei den Bedarfszuweisungen ist er es nicht. Diese sind Teil der den Gemeinden zustehenden Abgabenertragsanteilen und werden vom Land einbehalten und verteilt.
"Die Landesregierung unterstützt Gemeinden bei der Durchführung von Vorhaben über die Gewährung von Bedarfszuweisungen aus dem Gemeindeausgleichfonds. 2016 wurden in Tirol knapp 106 Millionen Euro ausgeschüttet", erklärt Landesrat Johannes Tratter.
Eine genaue Auflistung welche Gelder wohin fließen gibt es nicht. Lediglich Bezirkszahlen sind vorhanden. Demnach flossen 2016 10.499.805 Euro an Bedarfszuweisungen nach Osttirol .

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