20.10.2017, 16:00 Uhr

"Wir müssen den roten Teppich ausrollen"

RMO Obmann Dietmar Ruggenthaler eröffnet die Veranstaltung. (Foto: Markus Mayr)

Veranstaltung des RMO zur Zukunft von Regionen mit Bevölkerungsrückgang in Lienz.

Im BORG Lienz ging am 18. Oktober 2017 die Veranstaltung "Ein gutes Leben für die Zukunft", organisiert vom Regionsmanagement Osttirol gemeinsam mit der Österreichischen Raumordnungskonferenz, über die Bühne. Vertreter aus den Bundesländern, Regionalentwickler, Unternehmer und eine kleine Anzahl Osttiroler Gemeindevertreter arbeiteten an Maßnahmen für eine zukunftsfähige Entwicklung von Regionen mit rückläufiger Bevölkerungszahl – als Fallbeispiel diente der Bezirk Lienz.


Negative Bevölkerungsentwicklung

Abwanderung ist in Osttirol kein neues Phänomen. Schon seit Generationen wandern Menschen aus Osttirol ab. In der Regel wandern mehr Menschen ab, als zu. Dieses Defizit konnte in der Vergangenheit durch eine positive Geburtenbilanz kompensiert werden. Seit 2011 gelingt dies nicht mehr und die Bevölkerungszahl in Osttirol ist rückläufig. Dabei entwickelt sich nicht der ganze Bezirk in die gleiche Richtung. Während sich die Bevölkerungszahl im Osttiroler Zentralraum positiv bzw. stabil entwickelt, sehen sich die Osttiroler Täler mit einer negativen Bevölkerungsentwicklung konfrontiert.
Die Suche nach allgemein gültigen Antworten auf diese Entwicklung ist keine Einfache. Trotzdem gibt es ein paar zentrale Eckpunkte. RMO-Geschäftsführer Michael Hohenwarter bringt einen davon auf den Punkt: „Die Zukunft liegt in unseren Händen, es geht um Eigenverantwortung, wir können nicht darauf warten, dass Andere die Aufgaben für uns lösen.“ Dabei kommt in den Osttiroler Tälern dem Tourismus eine große Rolle zu. Tourismus als alleinige Strategie führt, der statistischen Analyse der Österreichischen Raumordnungskonferenz nach, jedoch nicht zu steigenden Bevölkerungszahlen.

Abwanderung und Arbeitsplätze

Eben diese Analysen brachten zwei weitere Themen zu Tage. Die überdurchschnittliche Abwanderung junger Frauen und die Notwendigkeit wissensbasierte bzw. technologieorientierte Arbeitsplätze zu schaffen, um zukünftig erfolgreich zu sein. „Wir müssen jungen Frauen und wissensbasierten bzw. technologieorientierten Firmen und Arbeitnehmern den roten Teppich ausrollen“ bringt es der RMO-Obmann Dietmar Ruggenthaler auf den Punkt. „Die Aktivitäten rund um die Schwerpunktsetzung Mechatronik mit dem Campus Technik Lienz und ein steigendes Angebot bei Kinderbetreuung im Bezirk sind in diesem Zusammenhang die richtigen Schritte.“ Einigkeit herrschte darüber, dass aber noch weitere Maßnahmen folgen müssen.

Interessante Einblicke brachte die Auseinandersetzung von Osttirolern und nicht Osttirolern zur Frage welche Qualitäten man Osttirol zuschreibt. Dabei wurde sichtbar, dass Osttirol im Außen sehr positiv mit seinen naturräumlichen Qualitäten wahrgenommen wird. Die Innenschau brachte ein differenzierteres Bild zu Tage. Ein Spannungsbogen zwischen Scheu vor Erneuerung und Aufbruch tritt zu Tage. Martin Kofler vom Tiroler Photoarchiv skizzierte Osttirol „als einen Bezirk, auf der Suche nach einem Projekt, hinter dem der ganze Bezirk geschlossen steht.“ Als historisches Beispiel brachte er den Bau der Felbertauernstraße, hinter dem seinerzeit ganz Osttirol stand.
Aus den Analysen der Österreichischen Raumordnungskonferenz ging weiters hervor, wie wichtig funktionierende regionale Zentren und deren Kooperation mit dem Umland sind. Diese Brücke von den Osttiroler Tälern zum Lienzer Zentralraum bauten das Regionsmanagement Osttirol und die Stadt Lienz durch den Stadtregionstag, der im direkten Anschluss an RMO-Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des Österreichischen Städtebundes eröffnet wurde.
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