Verdachtsmomente in der Gallitzinstraße
Gab es Eingriffe ins Umweltgutachten?

Im Gespräch mit der bz: Christian-André Weinberger.
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Die Bürgerinitiative "Pro Wilhelminenberg 2030" wird auch 2020 für den Erhalt von Grünräumen kämpfen.

OTTAKRING. Christian-André Weinberger ist sich als Sprecher der Bürgerinitiative "Pro Wilhelminenberg 2030" sicher: "Vor der Wien-Wahl wird mit der Massivverbauung wohl nicht begonnen werden." Gemeint ist damit das umstrittene Wohnprojekt in der Gallitzinstraße. Seit einigen Jahren beschäftigt es die Menschen im Bezirk.

Für die Bezirksvertretung ist alles im grünen Bereich: "Wir haben stets alle Infos weitergeleitet und die Menschen sofort informiert." Für Weinberger nur eine von vielen nicht nachvollziehbaren Aussagen: "Ich verstehe das nicht. Vergleicht man den 17. mit dem 16. Bezirk, so gibt es gravierende Unterschiede. Beide Bezirksvorsteher sind sozialdemokratisch. Ilse Pfeffer in Hernals will in der Sache Postsportplatz Grünraum schützen und plant auch eine Bürgerversammlung dazu. Im 16. Bezirk gibt es das nicht."

Ottakring vs. Klimafrage

Und Weinberger weiter: "Rot-Grün kann mit dem Riesenprojekt im Klimabündnisbezirk Ottakring nicht gegen die Klimafrage gewinnen. Das Heumarkt-Projekt wird entschärft, die Pläne für den Postsportplatz werden überarbeitet, aber in Ottakring passiert einfach nichts. Hier herrscht altes, fossiles Denken."

Der Grund dafür, dass es im Gemeinderat zu einer positiven Stellungnahme zu der Umwidmung kommen konnte, soll laut der Bürgerinitiative auch an einem "offenbar lückenhaften" Gutachten liegen. "Wenn man sich das Umweltgutachten durchliest, dann fällt auf, dass einige Textzeilen nicht sinnvoll zusammenpassen. Es scheint, als würden Seiten fehlen. Das werden wir prüfen lassen", so Weinberger.

Wurde Druck ausgeübt?

Neben dem Verdachtsfall Gutachten könnte laut Weinberger auch Druck auf die Grünen im Bezirk ausgeübt worden sein, um gemeinsam mit der SPÖ eine positive Stellungnahme zu der Umwidmung abzugeben. Kritik, die Grünen-Bezirksobfrau Barbara Obermaier nicht unkommentiert lassen will: "Lückenhafte Behauptungen aus den Reihen der Bürgerinitiative ziehen sich wie ein roter Faden durch deren Argumentation. Insofern bin ich über die neuen eigentümlichen Theorien nicht verwundert. Seltsam nur, dass sie gerade jetzt, nach über einem Jahr, geäußert werden. Aber wie schon damals bieten wir auch heute wieder der Bürgerinitiative gerne einen fachlichen und sachlichen Austausch gemeinsam mit Experten an."

Insgesamt gibt es vier Umweltgutachten. Drei davon wurden erst nach der Stellungnahme der betroffenen Anrainer angefertigt. "Trotz Anforderung haben wir bis heute keines davon zu Gesicht bekommen. Daher wollen wir im Zuge der Ermittlungen zu Chorherr, dass alle umstrittenen Umwidmungen geprüft werden", sagt Weinberger. Eine Berufung seitens der Bürgerinitiative ist erst nach der Erteilung des Baubescheids möglich. Dafür wird schon eine Sammelvertretung vorbereitet. "Ich glaube nicht, dass ein Bauträger sich nach einem eventuell aufgehobenen Baubescheid mit einem potenziellen Schwarzbau herumschlagen will."

Im Gespräch mit der bz: Christian-André Weinberger.
Auf dieser Fläche sollen 200 Wohnungen entstehen.
Autor:

Michael J. Payer aus Donaustadt

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