Klarstellungen
Klinik Ottakring dementiert Aussage zu fehlendem Oberarzt
- Über die Klinik Ottakring wurde zuletzt wegen eines Warnstreiks mehrfach medial berichtet.
- Foto: Michael J. Payer
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In Form eines anonymen Schreibens schlägt ein Oberarzt der Klinik Ottakring via Zeit im Bild Alarm. Ein notwendiger Dienst am heutigen Freitag könne nicht besetzt werden. Die Klinik widerspricht der getätigten Aussage.
WIEN/OTTAKRING. Als Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am gestrigen Donnerstagabend dem 20. Juli im Studio der Nachrichtensendung "Zeit im Bild" Platz nimmt konfrontiert ihn Moderatorin Marie-Claire Zimmermann gleich zu Beginn mit einer anonymen E-Mail. Ein Oberarzt der Klinik Ottakring wandte sich kurz vor der Sendung schriftlich an den Österreichischen Rundfunk.
"Morgen ist der erste Tag, an dem von 8 bis 20 Uhr kein verantwortlicher Oberarzt für die Notaufnahme in der Klinik Ottakring gefunden werden konnte. Der Dienst kann nicht besetzt werden" heißt es in dem anonymen Schreiben. Hacker sei die E-Mail nicht bekannt gewesen, er ging davon aus, dass auf jeden Fall eine Lösung gefunden werden würde.
- Die anonyme E-Mail erreichte die Nachrichtensendung kurz vor Beginn.
- Foto: Unsplash/Glenn Carstens-Peters
- hochgeladen von Martin Zimmermann
Direktor der Klinik stellt klar
Nun meldet sich die Klinik Ottakring in einer Presseaussendung selbst zu Wort. Peter Gläser, der ärztliche Direktor der Klinik Ottakring stellt die Aussagen des anonymen Oberarztes richtig: "Entgegen einer irreführenden Berichterstattung in der heutigen ZiB2, sind in der Zentralen Notaufnahme (ZNA) der Klinik Ottakring sehr wohl Ärzte und Ärztinnen mit der Ermächtigung zur selbstständigen Berufsberechtigung zu jeder Zeit vollständig im Dienst. Zudem steht dem Team der ZNA zusätzlich auch jederzeit ein hochspezialisiertes Team an Ober- und Fachärzten aller im Haus vertretenen Disziplinen zur Unterstützung bei spezifischen z. B. gynäkologischen, neurologischen, chirurgischen, internistischen etc. Fragestellungen zur Verfügung. Somit ist die qualitätsgesicherte Versorgung all unserer Patienten und Patientinnen sichergestellt“ heißt es es von ihm.
- Gesundheitsstadtrat Peter Hacker sieht einen Ärztemangel in Österreich.
- Foto: Markus Spitzauer (bz-Archiv)
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Die Klinik Ottakring ist eines der größten Akutspitäler Österreichs. Es steht den ganzen Sommer, so auch am heutigen Freitag der Bevölkerung in Notfällen zur Verfügung heißt es seitens der Klinik. Zuletzt wurde über den Warnstreik vor der Klinik zur Forderung von mehr Personal und besserer Bezahlung berichtet. Auch Hacker weißt in der gestrigen ZiB 2-Sendung auf den Ärztemangel in ganz Österreich hin. Er fordert mehr Formen der ambulanten Versorgung sowie mehr Primärversorgungszentren mit längeren Öffnungszeiten.
Streikkomitee von Hacker enttäuscht
Hacker stellte in der ZiB klar, dass er den Kontakt zur Ärztekammer nicht aktiv ablehnen würde, er sei aber "nicht in Kontakt mit denen, die Radau schlagen." Aglaia Kotal, Sprecherin des Streikkomitees ist wenig begeistert von der Aussage des Gesundheitsstadtrats: "Wir, die Ärztinnen und Ärzte der Klinik Ottakring sind keine Gruppe, die ‚Radau‘ schlagen will, sondern machen auf die prekäre Arbeitssituation aufmerksam, die zulasten der Patientinnen und Patienten geht. Jahrelanges Wegschauen der Stadtpolitik und der Generaldirektion des Wiener Gesundheitsverbundes haben die Krisensituation befeuert.“
Auch betont Kotal die Unterscheidung zwischen Ärztekammer und Streikkomitee. „Wer wissen will, wie es dem Gesundheitswesen ergeht, muss die Basis fragen. Das sind wir, die um 4 Uhr in der Früh jeden Tag die Wiener Bevölkerung versorgen – und nicht die Spitzenpolitiker wie Hacker oder die WiGev-Generaldirektion“, so Kotal. Weiters meint sie, dass mit der „alten Tradition Stadt vs. Ärztekammer“ gebrochen werden solle: „Es lähmt, kostet Ressourcen und bringt keine zufriedenstellenden Ergebnisse.“
- Die Sprecher des Streikkomitees Aglaia Kotal und Severin Ehrengruber widersprechen Hackers Aussagen in der gestrigen ZiB.
- Foto: privat
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Die Aussage Hackers, wonach das Streikkomitee bei ihm angeblich bis dato nie um einen Termin angesucht habe, weisen sowohl Kotal und auch Severin Ehrengruber, Sprecher des Streikkomitees zurück. Bereits am 26. Juni erging ein solches Ansuchen im Namen des Komitees an das Büro des Stadtrates, so die Sprecherinnen und Sprecher des Streikkomitees
der Zentralen Notaufnahme der Klinik Ottakring.
Ärztekammer kritisiert Hacker
Um die Mittagszeit meldet sich auch die Wiener Ärztekammer zu Wort. Sie solidarisiere sich voll und ganz mit dem Streikkomitee der Klinik Ottakring. Stefan Ferenci, Vizepräsident der Wiener Ärztekammer und Obmann der Kurie angestellte Ärzte stellt sich gegen die von Hacker getätigten Aussagen bezüglich des Konflikts zwischen Stadt Wien und Ärztekammer: "Unsere Hand ist ausgestreckt. Wir sind jederzeit bereit für Gespräche auf Augenhöhe mit der Stadt Wien beziehungsweise Stadtrat Hacker. Und zwar ohne Vorbedingungen.“ Statt über Versäumnisse der Vergangenheit müsse man endlich über tragfähige Lösungen für die Zukunft reden, so Ferenci.
Die Ärztekammer möchte in der Causa das Wohl der Patientinnen und Patienten der Spitäler in den Vordergrund rücken. Um der Überbelastung des Personals entgegenzuwirken hat die Ärztekammer für Wien einen „10-Punkte-Plan zur Rettung der Wiener Spitäler“ ausgearbeitet. Dieser wurde bereits an Stadtrat Hacker übergeben. Ferenci sagt dazu: „Es geht um spürbar bessere Arbeitsbedingungen, von Pflege bis Ärzteschaft. Wir stehen konsequent an der Seite unserer Kolleginnen und Kollegen, die dafür kämpfen. Unser gemeinsames Ziel ist die bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten.“ Gefährdungs- und Überlastungsanzeigen, wie vonseiten des Streikkomitees erwähnt, seien ein alarmierendes Zeichen. „Im Interesse der Wiener Bevölkerung und des Gesundheitspersonals sind wir jederzeit gesprächsbereit“, so der Vizepräsident der Wiener Ärztekammer.
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