100. Geburtstag
So entwickelte sich das Ottakringer Bad zur Wiener Institution
- Um 1935 gab es noch keine Wasserrutsche. Gut besucht war das Ottakringer Bad aber schon damals.
- Foto: ÖNB / Lichtbildstelle
- hochgeladen von Lukas Ipirotis
Wenn die Temperaturen steigen, zieht es viele Wiener ins Freibad. Das Ottakringer Bad blickt dabei auf eine fast 100-jährige Geschichte zurück und war bei seiner Eröffnung eine echte Innovation.
WIEN/OTTAKRING. Als das Ottakringer Bad im Jahr 1926 für Schwimmerinnen und Schwimmer das erste Mal seine Pforten öffnete, war das eine kleine Sensation: Immerhin bot das Freibad als Erstes in Wien die Möglichkeit, die Wassertemperatur mithilfe einer elektrischen Vorwärmeanlage anzuheben.
Das große „Wasser- und Sonnenbad“ bot bei seiner Eröffnung Platz für rund 1.000 Badegäste, wie die Zeitung „Der Abend“ damals berichtete. Mit einem eigenen Kinderbad war das Freibad schon damals ein Badeort für die gesamte Familie. Wer es lieber ruhiger hatte, für den waren „besondere Abteilungen vorhanden“.
Gut besucht – trotz Hitze
Während des Zweiten Weltkrieges gab es im Ottakringer Bad keinen Badebetrieb, doch bereits kurz nach Kriegsende konnte es gemeinsam mit anderen Wiener Bädern wieder öffnen. Der Freude am Badespaß am Rande des Wienerwaldes tat die Nachkriegszeit jedoch keinen Abbruch. So vermeldete etwa „Neues Österreich“ im Jahr 1947, dass die Wiener Bäder bei 29 Grad im Schatten und Wassertemperaturen von 18 bis 20 Grad Besucherrekorde verbuchen konnten.
- Schon 1935 erfreute sich das Ottakringer Bad einer großen Beliebtheit.
- Foto: ÖNB / Lichtbildstelle
- hochgeladen von Lukas Ipirotis
Während das Kongressbad 12.000 Besucherinnen und Besucher verzeichnete, schmissen sich im Ottakringer Bad 8.000 Badegäste an einem Sonntag ins kühle Nass. Das blieb jedoch nicht ohne Folgen: Denn damals wie heute unterschätzten einige Wienerinnen und Wiener die Temperaturen an einem Badetag. Rund 60 Menschen wurden mit einem Sonnenstich oder Hitzeschlag aus den Wiener Bädern in Krankenhäuser gebracht.
Verbesserungen für ein neues Jahrtausend
In den Jahren 1966 bis 1972 erlebte das Ottakringer Bad schließlich seine zweite Blüte. Nach Plänen des österreichischen Architekten Friedrich Florian Grünberger wurde das Freibad umgestaltet und durch den Zubau einer Sauna und eines Hallenbades erweitert.
Auch im 21. Jahrhundert hörten die Arbeiten am beliebten Bad nicht auf. 2021 wurden auf dem Gelände des Bades fünf neue Kleinfeldsportplätze – zwei Fußballplätze, ein Beachsoccerplatz und zwei Beachvolleyballplätze – geschaffen.
- Auch 100 Jahre später ist das Ottakringer Bad immer noch ein beliebtes Freibad - auch, wenn es mittlerweile eine größeres Angebot hat.
- Foto: Lukas Ipirotis/MeinBezirk
- hochgeladen von Lukas Ipirotis
Pünktlich zum 100. Geburtstag wurde dem Ottakringer Bad zuletzt noch die in die Jahre gekommene Wasserrutsche saniert. Damit ist das Freibad auch fast 100 Jahre nach seiner Eröffnung ein Ort, an dem Wiener Badegeschichte weitergeschrieben wird.
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