Ende der Abzocke
Bekannte Parkplatzfallen-Firma in Ottakring ist insolvent
- Die ehemalige Tankstelle in der Ottakringer Hasnerstraß 128 gilt im Bezirk als Parkplatzfalle.
- Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
- hochgeladen von Antonio Šećerović
Lange sorgten sogenannte Parkplatzfallen in Ottakring für Ärger bei Autofahrerinnen und Autofahrern. Nun könnte einem der bekanntesten Fälle durch eine Insolvenz des betroffenen Unternehmens ein Ende gesetzt werden.
WIEN/OTTAKRING/DONAUSTADT. Ein kurzes Abstellen des Autos reichte schon, um ein Anwaltsschreiben per Post zu erhalten. Denn wer in der Hasnerstraße 128 oder der Franz-Eduard-Matras-Gasse das Auto abstellte, musste mit einer kostspieligen Besitzstörungsklage rechnen.
Seit Jahresbeginn gelten neue rechtliche Rahmenbedingungen, um Unternehmen, die daraus ein Geschäftsmodell gemacht haben, den Riegel vorzuschieben. Rechtsanwaltskosten und Gerichtsgebühren wurden dafür deutlich reduziert. Diese Maßnahmen scheinen Wirkung erzielt zu haben.
Unternehmen hinter der Masche ist insolvent
Denn kürzlich wurde über die „Projekt22 Verwaltung GmbH“ ein Insolvenzverfahren eröffnet. Das Unternehmen, damals noch als „PV22 Parkplatzvermietung GmbH“ bekannt, fiel als Mieterin der Tankstelle in der Hasnerstraße 128 in den vergangenen Jahren vor allem mit umstrittenen Anwaltsschreiben auf. Von der aktuellen Insolvenz des Unternehmens zeigt sich daher auch Stefan Schleicher, Vorstand der auf Prozessfinanzierung spezialisierten JUNO Finanz AG (JUFINA), zufrieden.
- Die auf Prozessfinanzierung spezialisierte JUFINA mit Vorstand Stefan Schleicher hat zusammen mit der Ottakringer Bezirksvorsteherin Stefanie Lamp (SPÖ) im Sommer 2025 einen ersten Lösungsvorschlag ausgearbeitet. (Archivfoto)
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Im vergangenen Jahr hatte man zusammen mit Ottakringer Bezirksvorsteherin Stefanie Lamp (SPÖ) einen ersten Lösungsvorschlag ausgearbeitet, um Parkplatzfallen zu beenden. „Mit unserer Aktion wollten wir erreichen, dass die Politik gegen Parkplatzfallen aktiv wird und dieses Geschäftsmodell unrentabel macht. Das ist gelungen, wie die Insolvenz der PV22 zeigt“, so Schleicher.
Weitere Informationskampagne notwendig
Dass es trotzdem so lange gedauert hat, führt der Rechtsexperte auf eine Verzögerungstaktik zurück. Gegen die Firma seien mehrere Exekutionsverfahren gelaufen, deren Auszahlung hinausgezögert worden sein soll, spekuliert Schleicher: „Andere Abzocker dürfte dasselbe Schicksal ereilen.“
Trotz erster Erfolge betont der JUFINA-Vorstand jedoch, dass es noch mehr brauche, damit das neue Gesetz flächendeckend wirke. So müsse es eine Aufklärungskampagne geben, damit die Menschen wissen, dass die Gerichtskosten gesenkt wurden. „Sonst könnten besonders dreiste ,Fallensteller‘ auf die Idee kommen, trotzdem mit den alten, hohen Verfahrenskosten zu drohen – in der Hoffnung, dass Menschen aus Angst einfach zahlen, ohne sich näher zu informieren“, resümiert Schleicher.
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