Einfach aufs Dach gepflanzt

Schwarzer Schimmel in den Wohnräumen von Familie Jindra
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Zahlreiche Beschwerden von Mietern des Gemeindebaus in der Salisstraße 5-15 richten sich derzeit an „Wiener Wohnen“. Dabei gibt es zwei Hauptanliegen, die die Bewohner so nicht mehr hinnehmen wollen. Zum einen geht es um zahlreiche neue Handymasten, die ohne jegliches Wissen der betroffenen Bewohner auf den Dächern montiert wurden. „Uns wurde nur gesagt, dass die Verträge längst abgeschlossen sind, und man daher sowieso nichts machen kann. Ich finde, das ist ja wohl echt ein Scherz“, ist Beatrix Jindra, eine der Mieterinnen, über die Vorgehensweise empört.

Insgesamt acht Handymasten der Mobilfunkbetreiber „3“ und „Orange“ befinden sich mittlerweile auf den Dächern des Gemeindebaus. Ein Umstand, der auch für Wolfgang Krisch, Bezirksrat der Penzinger Grünen, so nicht tragbar ist: „Die Handymasten sind den Leuten einfach aufs Dach gepflanzt worden. Die Verhandlungen fanden nur mit „Wiener Wohnen“ statt, die Mieter wurden nicht gefragt und nicht mal darüber informiert.“

Zusätzlich zu den unliebsamen, neuen Handymasten kämpfen die Bewohner des Gemeindebaus mit akutem Schimmelbefall im ganzen Haus. Die Gründe liegen laut Wolfgang Krisch auf der Hand: „Vor ein paar Jahren wurden in der gesamten Wohnhausanlage die Fenster erneuert. Diese dichten so gut ab, dass sich der Schimmel in allen Räumen ungehindert ausbreiten kann, weil kein noch so kleines Lüfterl durchkommt. ‚Wiener Wohnen‘ gibt die Schuld jedoch den Bewohnern, weil diese angeblich nicht richtig lüften und daher dafür verantwortlich sind.“
Dass sich der Schimmel im ganzen Haus ausbreitet, bestätigt auch Beatrix Jindra. Nahezu alle Räume ihrer Wohnung sind vom Schimmelbefall betroffen. „Die Feuchtigkeit ist im ganzen Gebäude. Helfen würde daher nur eine umfassende Sanierung. Wenn aber ein Gutachter die Mieter als Schweine bezeichnet, die selbst Schuld am Schimmelbefall sind, dann hört sich alles auf. Schwarzer Schimmel ist keine Lappalie, genauso wenig wie die vielen Handymasten.“

Auf Nachfrage in der Direktion von Wiener Wohnen heißt es, dass man zum genauen Fall keine Stellung nehmen könne, grundsätzlich gehe man aber jeder Beschwerde über Schimmelbefall nach. „Wenn ein Gutachter sich die Sache vor Ort anschaut, wird immer auch mit den Bewohnern über ihre Lebensumstände gesprochen. Die meisten Leute unterschätzen nämlich, dass Schimmelbildung häufiger durch Bewohnerverhalten, als durch Baumängel ausgelöst wird“, erklärt Daniela Strassl, Leiterin von „Wiener Wohnen“. Gerade bei neuen Fenstern bilde sich sehr schnell Kondenswasser, das die Schimmelbildung begünstige. „Wenn allerdings bei mehreren Mietern im Haus auch nach zahlreichen Bemühungen keine Besserung eintritt, wird natürlich durch einen unabhängigen Gutachter geprüft, ob nicht doch ein Baumangel vorliegt“, sagt Strassl.

Autor:

Tina Bayer aus Ottakring

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