70 Millionen Euro fließen in Donauuferbahn

Die Donauuferbahn von St. Valentin bis Sarmingstein umfasst 15 Stationen, 13 davon befinden sich in Perger Gemeinden. Das Viadukt in Grein (Bild) wurde 2017 um 915.000 Euro saniert.
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  • Die Donauuferbahn von St. Valentin bis Sarmingstein umfasst 15 Stationen, 13 davon befinden sich in Perger Gemeinden. Das Viadukt in Grein (Bild) wurde 2017 um 915.000 Euro saniert.
  • Foto: ÖBB/Gschnaidtner
  • hochgeladen von Michael Köck

Oberleitungen von St. Valentin bis St. Nikola kommen – mehrere Stationen werden modernisiert.

BEZIRK PERG. Die ÖBB und das Land präsentierten Anfang Juli das "größte Schienen-Investitionspaket in der Geschichte von Oberösterreich". 600 Millionen Euro fließen in den Ausbau von Regionalstrecken im ganzen Land. Eine der Maßnahmen: Die Donauuferbahn wird auf der Strecke von St. Valentin bis St. Nikola elektrisch. Wie die ÖBB nun auf Nachfrage der BezirksRundschau mitteilen, belaufen sich die Kosten – unter Berücksichtigung der Teuerungsrate – auf 70 Millionen Euro. Für 80 Prozent davon kommt die Bahn auf, den Rest steuert das Land bei. Eine Umsetzung ist bis 2030 geplant. Die CO2-Einsparung beläuft sich laut Berechnungen auf rund 1.300 bis 1.800 Tonnen pro Jahr. Zwischen 650.000 und 780.000 Liter Diesel werden im Jahr eingespart.

Über 1 Millionen Fahrgäste im Jahr

Von einer "Entscheidung für die Zukunft der Bahn" spricht Pergs Bürgermeister Anton Froschauer. "Die Fahrgastzahlen haben sich super entwickelt. Ich bin sehr froh über die Entwicklung, die noch nicht abgeschlossen ist." Die "pro-aktive Herangehensweise" der Politik hätte sich ausgezahlt: Mit der Errichtung von Park & Ride-Flächen sowie besserer Anbindung an Busse. Die Zahl der Reisenden auf der Donauuferbahn konnte in den vergangenen Jahren auf mehr als eine Million pro Jahr gesteigert werden. Laut ÖBB durch das direkte Angebot nach Linz, die Modernisierung der Bahnhöfe und moderne Züge.
Im Zuge der geplanten "Infrastruktur-Offensive" ist auch die Modernisierung der Stationen Perg Schulzentrum, Baumgartenberg und Dornach vorgesehen. Auf den neuesten Stand gebracht werden Kundeninformationssysteme wie Monitore und Zugzielanzeiger.

Aus für Halt in Sarmingstein

Aufgelassen wird der Halt in Sarmingstein, der bislang die Endstation der Strecke darstellt. Dies geschieht laut ÖBB-Sprecher Karl Leitner "in Abstimmung mit dem Verkehrsministerium und dem Land Oberösterreich". Weil es gute Busverbindungen gebe.

Der Strecke drohte ein Ende

Die Donauuferbahn galt nicht immer als das Liebkind der ÖBB. Heinrich Höbarth aus Arbing war der erste, der auf die drohende Stilllegung der Donauuferbahn hinwies. Er gründete mit seinen Mitstreitern bereits im Jahr 1986 eine parteiübergreifende Gruppe zur Rettung der Bahn und setzte zahlreiche Initiativen.
Baumgartenbergs Bürgermeister Erwin Kastner sagt: "Vor gut 20 Jahren hatte die Bahn ein Ablaufdatum, dieses Damoklesschwert ist über uns geschwebt." Entscheidend sei damals der "politische Schulterschluss der Donauuferbahn-Gemeinden" gewesen. Kastner: "Weil wir voll hinter der Erhaltung gestanden sind." Auch von landespolitischer Seite, beispielsweise von Franz Hiesl, gab es Unterstützung. Ab etwa dem Jahr 2000 sei dann in die Modernisierung investiert worden, etwa durch Erneuern von Bahnhöfen und Bahnsteigen sowie Ausbau der Bahnsteige. Was Kastner besonders freut: Dass der alte Baumgartenberger Bahnhof anno 1906 im Gründerzeit-Stil erhalten bleibt. Ein Anliegen ist ihm, dass der zu schmale Bahnsteig verbreitert werde. Laut ÖBB sind hier Bahnsteig-Erneuerungen vorgesehen.

Strecke in NÖ soll wieder zum Leben erweckt werden

BEZIRK MELK. "Der oberösterreichische Schritt – Erhalt aller Nebenbahnen – ist der richtige Weg", sagt Christa Kranzl, Gemeinderätin von Persenbeug-Gottsdorf. Die Ex-Staatssekretärin führt den Klimwandel und die Zunahme des Verkehrs ins Treffen, spricht von einem "Gebot der Stunde". Mit der Initiative "Donauuferbahn jetzt" engagiert sie sich für die Rettung der Strecke auf niederösterreichischer Seite. 2010 wurde diese (von Sarmingstein) bis Emmersdorf aufgelassen – zum Unmut vieler Menschen. Die ÖBB übergaben die Bahn der NÖ Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG). Heuer erfolgte der Gleis-Abbau auf dem etwa 19 km langen Abschnitt von Weins bis Emmersdorf. Anfang September präsentierte Kranzl mit "Grampetcargo" einen möglichen Betreiber, der auch seine finanzielle Unterstützung in Aussicht stellte. Zwei Studenten erstellten ein Konzept, wie die alten Bahnhöfe attraktiv gestaltet werden könnten. Geschätzte Kosten des Projekts: Rund elf Millionen Euro. Mit Güter- und Personenverkehr sowie der touristischen Schiene könne man die Strecke "gut auslasten". Derzeit laufen die Gespräche der Initiative mit dem Land Niederösterreich.

Zur Sache

• Elektrifizierung: Darunter versteht man die Ausrüstung von Bahnstrecken mit Oberleitungen oder Stromschienen zur Versorgung elektrischer Bahnen. Auf Freilandstrecken werden Oberleitungen errichtet. Stromschienen kommen bei engen Verhältnissen – etwa bei Tunnels – zum Einsatz. Bis 2030 soll der Elektrifizierungsgrad bei den ÖBB von 73 auf 85 Prozent steigen. Man habe es sich als großer Leitbetrieb zum Ziel gesetzt, klimaneutrale Mobilität zu bieten und bis 2050 CO2-neutral zu werden.
• Zähe Verhandlungen: Laut Land OÖ war die Zukunft der Regionalbahnen bedroht. Seit fast einem Jahrzehnt wurde mit den ÖBB verhandelt. Sogar ein Kauf der Regionalbahnen durch das Land stand im Raum. Umso mehr freuen sich Landeschef Thomas Stelzer und Landesrat Günther Steinkellner über das "größte Schienen-Investitionspaket in der OÖ-Geschichte" um 600 Mio. Euro.

Autor:

Michael Köck aus Perg

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