Vor genau 400 Jahren
Als die Burg Clam umzingelt wurde
- Die Burg Clam auf einem Stich von Vischer im Jahr 1674.
- Foto: Georg Matthäus Vischer, 1674
- hochgeladen von Michael Köck
Im Mai 1626 musste Johann Gottfried Perger mit aufständischen Bauern verhandeln, um sie zum Rückzug zu bewegen.
KLAM. Historiker Peter Fraundorfer arbeitete die Geschichte seines Heimatorts digital auf – von ersten archäologischen Funden bis ins 20. Jahrhundert. Auf der Gemeindehomepage ist diese nun digital zugänglich - siehe Link. Die mittelalterliche Burg Clam kommt in diesem Abriss mehrfach vor.
Der Bauernkrieg in OÖ
Bekannt ist, dass die Festung nie eingenommen wurde. Vor genau 400 Jahren, Ende Mai 1626, standen jedoch Aufständische vor den Toren und umzingelten die Burg. "Die wirtschaftliche Not, hohe Abgaben an die Grundherren und die Spannungen zwischen evangelischen Bauern und katholischen Herrschern hatten 1626 zum Oberösterreichischen Bauernkrieg geführt", erklärt Fraundorfer.
Mit Bier Eskalation verhindert
Der selbst evangelische Burgherr Johann Gottfried Perger hatte es abgelehnt, die Bauern anzuführen. Schließlich standen sie vor seinen Toren. Rund 60 Bauern sollen es gewesen sein. Mit Mühe gelang es, dass nur eine kleinere Abordnung von sechs Personen in den Hof kam. Drei davon empfing Perger in seinem Gemach zu Verhandlungen. Um sie zum Rückzug zu bewegen, ließ er ihnen Bier aushändigen. Dafür mussten sie von Schloss und Meierhof abziehen. So konnte offenbar eine gewaltsame Eskalation verhindert werden.
Kaiser entwaffnete Burgherr später
Am nächsten Tag zogen die Bauern wegen der herannahenden Truppen des Kaisers ohnehin ab. Auch für den Burgherren von Clam blieb dieses Kapitel nicht ohne Folgen: Der Kaiser zweifelte an der Loyalität des nicht katholischen Adels. So musste Johann Gottfried von Clam - wie er auch genannt wurde - 1627 alle Waffen abgeben. Erst 1655 trat er zum katholischen Glauben über.
Trauriges Kapitel in OÖ-Geschichte
Auslöser des Aufstands war am 17. Mai eine Wirtshausrauferei in Lembach zwischen Bauern und bayerischen Besatzern, an die der Kaiser das Land verpachtet hatte. Der Bauernkrieg von 1626 in Oberösterreich sollte bis November dauern. Von den etwa 40.000 bäuerlichen Kämpfern kamen rund 12.000 ums Leben. Über den "Handstreich der Bauern auf Schloß Clam" hat Philipp Blittersdorff 1933 in der Linzer Tagespost berichtet, beruhend auf Aufzeichnungen von Burgherr Perger.
Hinweis: Der Bericht wurde am Freitag-Abend etwas abgeändert und um weitere Informationen zum Geschehen ergänzt.
Mehr zur Geschichte von Klam:
klam.at/UNSER_KLAM/Geschichte
Mehr über die Bauernkriege in OÖ:
ooegeschichte.at/archiv/themen/wir-oberoesterreicher/land-der-bauernkriege
Porträt über Peter Fraundorfer von 2025:
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