Bezirk Perg
Weihnachtszeit: Polizei fasst Alkohol- und Drogenlenker ins Visier

Zur Weihnachtszeit kontrolliert die Polizei auch im Bezirk Perg wieder strenger auf den Straßen.

BEZIRK PERG. In den Wochen vor Weihnachten und rund um die Festtage bieten sich etwa bei Adventmärkten und Weihnachtsfeiern zahlreiche Gelegenheiten, um Alkohol zu konsumieren. Manche können auch dann die Finger nicht vom Lenkrad lassen, wenn sie zu tief ins Glas geschaut haben. Erst am Montag dieser Woche verursachte ein Autofahrer auf der B3 mit 1,96 Promille einen Unfall – zum Glück nur mit Sachschaden (Seite 14). Nicht alle werden erwischt. Die Polizei Perg hat 4.540 Alkoholuntersuchungen im Jahr 2018 durchgeführt, 95 Führerscheine wurden entzogen. Die Zahlen seien im Bezirk Perg nicht gestiegen. Eine besonders unmoralische Altersgruppe gebe es beim Thema Alkohol am Steuer auch nicht, die Verkehrssünder seien bunt gemischt. Dass die Anzahl der Delikte rund um die Weihnachtszeit massiv ansteigt, kann Bezirkspolizeikommandant Florian Engler auch nicht feststellen: "Die Tendenz geht dahin, dass sich die Disziplin der Fahrzeuglenker gebessert hat. Die Schwerpunktaktionen zeigen Wirkung."

Drogentests fordern Polizei

Die Verkehrsteilnehmer würden mittlerweile wissen, dass sie sich aufgrund verstärkter Präsenz der Polizei auf den Straßen nach Weihnachtsfeiern und Adventmärkten nichts leisten könnten. "Das wollen wir auch weiter so praktizieren", sagt Engler. Er sieht die größere Herausforderung beim Thema Suchtgiftbeeinträchtigung: "Da sind wir gefordert, besser zu werden." Während ein Alkoholtest relativ einfach von der Polizei durchgeführt werden kann, ist eine Beeinträchtigung mit anderen Suchtmitteln bisher wesentlich schwieriger festzustellen – nämlich durch eine ärztliche Untersuchung. "Unsere Leute werden immer besser geschult, wir sind auf einem guten Weg", ist der Polizeikommandant aber überzeugt. Die höhere Zahl an gefassten Drogenlenkern könne auch auf die gezielte Schulung der Polizisten zurückzuführen sein.

Testgeräte zeigen Wirkung

Ähnlich sieht das FP-Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner. Er spricht von einer Verdreifachung der Zahl der Drogenlenker innerhalb von drei Jahren. „Im heurigen Jahr werden voraussichtlich 800 Drogenlenker von der Polizei in Oberösterreich aus dem Verkehr gezogen." Grund seien verbesserte Kontrollmöglichkeiten vor allem durch den Einsatz der Drogenvortestgeräte. Diese Geräte können bestimmte Suchtsubstanzen im Speichel anzeigen. Ebenso wie jene Fahrzeuglenker, die alkoholisiert erwischt wurden, müssen Drogenlenker zur verkehrspsychologischen Nachschulung. Nicht allen Verkehrssündern ist dies eine Lehre. Suchtkrankheiten begünstigen in vielen Fällen fahrlässiges Verhalten im Straßenverkehr. „Sowohl Verfahrenserleichterungen, ein angepasstes Strafmaß für Vergehen als auch eine intensivere Betreuung, um das Ausmaß der Abhängigkeit zu bekämpfen, halte ich für sinnvoll“, so Steinkellner. Der Infrastruktur-Landesrat betont: "Drogenlenker im Straßenverkehr spielen nicht nur mit ihrem eigenen Leben, sondern auch mit dem der anderen Verkehrsteilnehmer."

Fakten und Mythen

  • Für Probeführerscheinbesitzer gilt eine Höchstgrenze von 0,1 Promille Blutalkoholgehalt.
  • 0,5 bis 0,79 Promille: Geldstrafe zwischen 300 und 3.700 Euro.
  • 0,8 bis 1,19 Promille: Geldstrafe zwischen 800 und 3.700 Euro. Führerscheinentzug für einen Monat, Verkehrscoaching.
  • 1,2 bis 1,59 Promille: Geldstrafe zwischen 1.200 und 4.400 Euro. Führerscheinentzug für mindestens vier Monate, Nachschulung.
  • Ab 1,6 Promille: Zwischen 1.600 und 5.900 Euro Strafe. Führerscheinentzug für mindestens sechs Monate, Nachschulung, verkehrspsychologische Untersuchung.

Der Alkoholabbau kann nicht beschleunigt werden, weder durch Kaffee noch durch Schwitzen oder frische Luft. Wer regelmäßig Alkohol trinkt, fühlt sich zwar nicht so schnell betrunken, hat aber den gleichen Alkoholgehalt im Blut wie jemand, der selten trinkt.

Autor:

Helene Leonhardsberger aus Perg

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