ATP-Challenger
Drei Österreicher stehen im Mauthausen-Viertelfinale
- Der 18-jährige Joel Schwärzler begeisterte am Donnerstag die vielen Besucher beim Danube Upper Austrian Open.
- Foto: Sportmediapics.com/Manfred Binder
- hochgeladen von Michael Köck
Joel Schwärzler feierte am Donnerstag im Achtelfinale einen klaren Sieg - Gerald Melzer schaltete starken Argentinier aus.
MAUTHAUSEN. Tennisfest in Rot-Weiß-Rot. Knapp 600 Besuchende sahen am Feiertag bei Kaiserwetter bei den Danube Upper Austria Open einen groß aufspielenden Lokalmatador auf dem Center-Court. Joel Schwärzler setzte sich in einem hochklassigen Match gegen den ebenfalls 18-jährigen Spanier Martin Landaluce mit 6:4 und 6:2 durch und steht nach Filip Misolic als zweiter Österreicher im Viertelfinale des ATP-100-Challengers. Dort trifft der Vorarlberger auf Dimitar Kuzmanov (BUL), der sich gegen Lukas Neumayer in drei Sätzen durchsetzen konnte. Ebenfalls in die Runde der letzten Acht schaffte es Gerald Melzer: Er besiegte den an Nummer zwei gesetzten Argentinier Roman Andres Burruchaga mit 6:4 und 6:4. Melzer trifft nun auf den Slowaken Jozef Kovalik.
Starker Auftritt von Top-Talent Schwärzler
Begeisternd, abgezockt und ein spielerisches Feuerwerk – so könnte man das Achtelfinalspiel von Joel Schwärzler gegen Landaluce beschreiben. Der 18-jährige Vorarlberger lieferte am Center-Court eine beeindruckende Vorstellung ab und genoss sichtlich die lautstarke Unterstützung von den Rängen, die bis auf den letzten Platz gefüllt waren. Nach 1:18 Stunden jubelte die Nummer eins des ITF Junior Rankings über einen souveränen 6:4- und 6:2-Sieg. „Das Match war gut. Ich bin gut gestartet und es ist super gelaufen. Er hat mir dann im Laufe des Spieles ein paar kleine Geschenke gemacht, die habe ich konsequent ausnützen können. Mein Ziel war es, mit viel Tempo in seine Vorhand zu spielen. Wir wussten, da hat er Probleme. Das ist in beiden Sätzen gelungen. Es ist heuer mein erstes Challenger zu Hause, und es ist richtig cool. Die Stimmung war beeindruckend und hat mir richtig Spaß gemacht. Das macht Lust auf mehr. Ich möchte diese Woche so lange wie möglich im Turnier blieben“, verrät Schwärzler. Später setzte sich sich Schwärzler mit Neil Oberleitner im Doppel-Viertelfinale gegen die beiden Brasilianer Orlando Luz und Fernando Romboli mit 6:4 und 6:4 durch.
Kuzmanov kämpft sich ins Viertelfinale
Das erste Einzel des Tages hatte es in sich. Lukas Neumayer startete fulminant, beherrschte Dimitar Kuzmanov im ersten Satz in allen Phasen und holte sich diesen souverän. Danach stellte der Bulgare sein Spiel um, nahm Tempo heraus und reduzierte seine Fehlerquote praktisch in Richtung null. Der Österreicher spielte weiterhin sehr gut, musste sich jedoch bei den entscheidenden Ballwechseln hintenanstellen. Am Ende zeigte sich Kuzmanov abgebrüht und zog mit einem 2:6, 6:2 und 6:0 ins Viertelfinale ein.
Aus für Neumayer "ärgerlich"
„Ich bin sehr glücklich, dass ich diese Runde überstanden habe. Lukas hat richtig gut gespielt, keine Fehler gemacht und mich mit seinem aggressiven Spiel in Bedrängnis gebracht. Also musste ich etwas verändern. Ich habe dann immer mehr meinen Rhythmus gefunden, habe mir die Zeit genommen und viele Dinge bewusst verlangsamt. Das hat mir geholfen, so habe ich in die Partie zurückgefunden. Jetzt geht es im Viertelfinale gegen Joel. Es wird eine großartige Herausforderung, auch wenn ich weiß, dass das Publikum auf seiner Seite sein wird“, sag Kuzmanov, der auch mit lobenden Worten nicht spart: „Das Turnier ist großartig. Eine super Organisation, eine unglaubliche Anlage – ein perfektes Gesamtpaket. So ein Niveau findet man auf Challenger-Ebene ganz selten.“ Während sich der 30-jährige Bulgare über seinen Sieg freuen konnte, hadert Neumayer mit seiner verpassten Chance: „Im ersten Satz war ich richtig gut und war gut im Flow. Dann hat er sein Spiel umgestellt, darauf habe ich nicht die passende Antwort gehabt. Dimitar hat mehr Slice gespielt und mehr mit Richtungswechseln gearbeitet – dann ist das Spiel gekippt. Das war dann mental nicht mehr so einfach für mich. Ärgerlich, aber hilft nicht.“
Melzer schlägt topgesetzten Argentinier
Nach dem beeindruckenden Erfolg von Schwärzler war die Stimmung bei der Achtelfinalpartie von Gerald Melzer gegen den an Nummer zwei gesetzten Roman Andres Burruchaga ebenfalls prächtig. Der Funke sprang schnell auf den 33-jährigen Österreicher, der gegen den Argentinier befreit und ohne Druck aufspielen konnte, über. Melzer spielte clever, zeigte sich in den entscheidenden Momenten nervenstark und glänzte mit präzisem Grundlinienspiel. Am Ende setzte er der Partie mit einem starken Volley ein Ende und ließ sich nach dem 6:4 und 6:4 am Center-Court feiern.
"Schauen wir, was noch kommt"
„Vor so vielen Leuten und so vielen Freunden habe ich schon lange nicht mehr gespielt. Ich muss gestehen, ich war richtig nervös. Das hat man gerade am Anfang wohl auch etwas gesehen. Er hat mir viel gegeben und ich habe ihn mit den Spinbällen vor Probleme gestellt. Diese aggressive Spielweise war heute sicherlich der Schlüssel zum Erfolg. In den wichtigen Momenten war ich präsent. Ich habe gut trainiert, und wenn es körperlich gut geht, dann kann ich immer noch Top-100-Spieler schlagen. Bis jetzt fühle ich mich richtig gut. Schauen wir, was noch kommt“, sagt Melzer, der es nun mit Jozef Kovalik zu tun bekommt. „Ich habe im letzten Jahr zwei Mal gegen ihn gespielt. Es war immer sehr eng. Wir wissen beide, was auf uns zukommt. Er spielt eine wirklich sehr gute Saison, aber ich weiß, dass er nicht gerne gegen mich spielt. Ich werde versuchen, es ihm so schwer wie möglich zu machen.“ Der Slowake machte mit dem Brasilianer Gustavo Heide kurzen Prozess und setzte sich im Eiltempo mit 6:2 und 6:1 durch.
Live auf ORF Sport+ und im Internet
In der Runde der besten acht Spieler trifft Melzer am Freitag ab 10 Uhr auf den sechstgereihten Slowaken Jozef Kovalik (ATP 160). Anschließend bekommt es Schwärzler (ATP 743) im Kampf um sein erstes Challenger-Halbfinale mit Dimitar Kuzmanov aus Bulgarien (ATP 260) zu tun. Im dritten Match des Tages auf dem Centre Court fordert Vorjahresfinalist Misolic (ATP 201) den topgesetzten Argentinier Francisco Comesana (ATP 91). ORF SPORT+ überträgt mit dem Spielbeginn um 10 Uhr live. Zudem sind alle Matches auf dem Hauptcourt auf ÖTV TV unter www.oetv.tv zu sehen.
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