04.12.2017, 16:47 Uhr

Lichter für Menschlichkeit

Viele Lichter als Zeichen der Solidarität mit Flüchtlingen werden am 11. Dezember ab 18:30 Uhr in St.Georgen enzündet.
Sankt Georgen an der Gusen: Marktplatz | Endloses Warten teils schon über Jahre, manchmal entwürdigende Befragungen, negative Bescheide trotz nachweislich vorbildlicher Integrationsbemühungen: Auch  viele engagierte Flüchtlingshelfer im Bezirk bringt das, was ihren Schützlingen oft widerfährt , an die persönlichen Grenzen. Ein Wahlkampf auf dem Rücken der Hilfesuchenden und die sich abzeichnenden drakonischen Verschärfungen im Asylrecht machen wenig Hoffnung. Die Zahl der Fragen und Sorgen steigt,  jene der Antworten sinkt. Wie wird es weitergehen?
Einen Tag nach dem Welttag der Menschenrechte  wollen die Arbeitskreise für Integration in St. Georgen an der Gusen und Luftenberg am 11. Dezember gemeinsam mit den Asylwerbern, den vielen Helfern der Pfarre und Vertretern der Gemeinden ein Zeichen der Solidarität, ein Symbol für Menschlichkeit setzen.  In einem Moment völliger Stille werden am Kirchenvorplatz unzählige Lichter entzündet,  diese dann unter dem Geläut der Kirchenglocken auf den St. Georgener Marktplatz getragen und dort zu einem Friedenssymbol arrangiert.

Helfer erleben ihre Ohnmacht

"Wir wollen ganz bewusst unsere Stimme erheben, um jene Humanität, die wir gerade in der Adventzeit so beschwören, einzumahnen. Viele von uns erleben Ohnmacht und Hilflosigkeit selbst hautnah. Etwa wenn ein Stempel oder eine Unterschrift, die Degradierung zu einem Fall oder zu einer anonymen Aktenzahl über die Schicksale, manchmal sogar über Leben oder Tod unserer Schützlinge entscheiden. Wenn krampfhaft nach Ablehnungsgründen gesucht wird, oft ganze Ordner, die Integrationswillen, Sprachkenntnisse und persönliches Engagement unserer Betreuten dokumentieren, bestenfalls am Rand berücksichtigt werden. Wer sich gerührt  die weihnachtlichen Hirtenspiele oder die traditionelle Herbergssuche ansieht und Barmherzigkeit beschwört, braucht nur die Augen zu öffnen. Den einzelnen Menschen und nicht den anyonymen Asylwerber sehen. Es ist dann seine oder ihre Entscheidung, diesen Herbergsuchenden anno 2017 die Tür vor der Nase zuzuschlagen oder christliche Nächstenliebe walten zu lassen", sind sich die Helferinnen und Helfer über ihre Motivation einig. "Wir rufen die Bevölkerung der Pfarrgemeinden St. Georgen, Luftenberg und Langenstein auf, gemeinsam mit uns als Zeichen der Menschlichkeit ein Licht anzuzünden!"

Termin: Montag 11. Dezember 2017, 18:30 Uhr
Ort: Vorplatz der Pfarrkirche
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Kerstin Wutti aus Leopoldstadt | 05.12.2017 | 09:16   Melden
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