'Hallo' beim Begegnungsfest

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OBER-GRAFENDORF (kf). Beim Betreten des Saals werden die Gäste von den Asylwerbern höflich begrüßt. Sie sagen „Hallo“ und „Willkommen“, strahlen Freude aber auch etwas Nervosität aus. Schnell füllt sich der Raum, mit so einem Andrang hat niemand gerechnet. Die Gäste beobachten die Asylwerber interessiert und auch diese schauen sich neugierig um.

Alte Post als neue Unterkunft
Seit Ende September sind in der "Alten Post" in Ober-Grafendorf zehn Flüchtlinge aus dem Irak, darunter zwei Ehepaare und drei Brüderpaare, sowie eine tschetschenische Familie untergebracht. Wolfgang Brückler, Bezirkskommandant vom Roten Kreuz, erzählt mir von den Anfängen der Flüchtlingsunterkunft in Ober-Grafendorf: „Zuerst nutzten wir die 'Alte Post' als Notquartier. Innerhalb von zwei Monaten machten wir dann das Postgebäude mithilfe der Landjugend bezugsfertig. Die Gemeindemitglieder beteilig-ten sich mit Sachspenden.“ Zehn Betreuer vom Roten Kreuz sind in ihrer Freizeit für die gute Sache im Einsatz, der Regelbetrieb wird jedoch normal weitergeführt. Die Herausforderungen der Integration lägen in den Kulturunterschieden. „Kulturell ist es eine Lernphase für alle“, erklärt Brückler. „Man muss nur offen sein und mit Akzeptanz aufeinander zugehen.“ Diese Meinung vertritt auch Bürgermeister Rainer Handlfinger: „Das Interesse der Gemeindemitglieder ist da. Es geht darum, dass jeder seinen Beitrag leistet und sich offen begegnet. Wir alleine können das Problem sicher nicht lösen, aber wir können helfen, so gut es geht.“

Interesse für Fremdes
Auf die Frage, warum sie gekommen sind, ist die Antwort der Gäste immer ähnlich: „Das sind alles nette, gebildete Leute, die sich bemühen, sich zu integrieren und wir sind an ihrer Kultur interessiert“, so Angela und Siegfried Purer. Ein weiterer Besucher, Walter Zöchling, merkt an: „Hinter jeder Person steckt ein Schicksal. Ich bin heute hier, um mir mein eigenes Bild von den Menschen zu machen."
Michael Klecker und Melanie Höhlmüller, die zweimal wöchentlich Deutschkurse anbieten, beschreiben die Schutzsuchenden als „eifrige Lerner“: „Natürlich ist die Sprachbarriere manchmal ein Problem, aber es läuft gut. Wir verständigen uns mit Händen und Füßen oder reden Englisch.“ Ich treffe Ahmed, einen jungen Mann aus dem Irak, der mir erzählt, dass er in Wien wohnt und hier seinen kleinen Sohn besucht. Ich frage den jungen Vater, ob das nicht schwierig sei. Mit traurigen Augen nickt er, aber ich sehe auch etwas anderes darin: Dankbarkeit.

Autor:

Katrin Fischer aus Pielachtal

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