17.11.2016, 09:26 Uhr

"Es gilt, Lücken zu schließen" – Miro Polak und Patrick Reiter im BB-Interview

Patrick Reiter und Miro Polak sprechen im BB-Interview über die Herbstsaison und die Zukunft.
BISCHOFSHOFEN (aho). Die Kampfmannschaft des BSK überwintert nach 16 Spielen in der Salzburger Liga mit 27 Zählern auf Rang fünf. Cheftrainer Miro Polak und Patrick Reiter von der BSK Polysport GmbH sprechen im BB-Interview über Stärken und Schwächen der 1. Mannschaft, Lücken im Nachwuchsbereich und veränderte Strukturen im Verein.

Nach dem durchwachsenen Start feierte Ihre Mannschaft zuletzt vier Siege in Folge und hat das Saisonziel, einen Platz im Mittelfeld, im Visier. Wie fällt Ihre Herbstbilanz aus?
MIRO POLAK: Nach dem Auftaktsieg kam mit der unglücklichen Niederlage im zweiten Spiel etwas Sand ins Getriebe. Die Mannschaft hat gut trainiert, Erfolge blieben aber aus. Zuletzt hat sich das Team wieder gefunden, spielerisch überzeugt und immer verdient gewonnen. In Zukunft erwarte ich mir noch mehr Anstrengung, denn wir können auch im Amateurbereich professionell arbeiten.

Bislang blieb das Team erst zweimal ohne Gegentor – gibt's in der Defensive noch Aufholbedarf?
POLAK: Die Defensive beginnt bereits ganz vorne und die Mannschaft muss im Verbund besser verteidigen. Es bringt aber nichts, nur auf die Verteidigung zu setzen. Lieber gewinne ich ein Spiel mit 4:3 als mit 0:0 vom Platz zu gehen – da nehme ich auch drei Gegentore hin. Es fällt aber grundsätzlich auf, dass das Verteidigen im Nachwuchs zu wenig trainiert wird. Junge Spieler wissen oft nicht, wie man Eins-gegen-Eins-Situationen löst.

Im Sommer kamen ganze zehn Neuzugänge. Sind auch im Winter Verstärkungen geplant?
POLAK: Neue Spieler sind immer auch ein Risiko, da sie sich erst als Verstärkung erweisen müssen. Wir werden uns im Winter von einigen Spielern trennen und versuchen, sie durch junge, hungrige Spieler mit großem Potential zu ersetzen.

Während die Kampfmannschaft sich heuer deutlich steigern konnte, hinkt die Reserve hinterher (13 Spiele, 0 Punkte, Tordifferenz -42). Warum klafft hier eine so große Lücke?
PATRICK REITER: In der 2. Mannschaft gab es zahlreiche undisziplinierte Spieler, die aus dem Kader entfernt wurden. Diese Positionen wurden mit jungen Spielern nachbesetzt, während die besten wie der 15-jährige Mohamed Kahlil direkt in die Kampfmannschaft gerückt sind. Es fehlt daher noch an Qualität und Routine in der Reserve. Diese entstandene Lücke gilt es mit unserer hervorragenden Nachwuchsarbeit, die wir beim BSK bieten, in den nächsten Jahren zu schließen.

Was macht denn der BSK in der Nachwuchsarbeit besser als andere?
REITER: Wir arbeiten auf allen Ebenen des Vereins mit Top-Trainern, von den Jüngsten bis zur Kampfmannschaft. Damit bietet sich für die Nachwuchsspieler eine hervorragende Struktur, in der sie sich Schritt für Schritt qualitativ verbessern können. So können wir auch unser Ziel, mit so vielen eigenen Spielern wie möglich erfolgreich zu spielen, langfristig erreichen.

Wie hat sich die Strukturbereinigung, von der im Vorjahr die Rede war, heute entwickelt?
REITER: Bislang sehr gut. Das Niveau der Zusammenarbeit im Vorstand ist völlig anders als je zuvor, wir haben auch einen Elternvertreter eingeführt. Es gibt in jeder Altersstufe hervorragendes Training, die Qualität wächst und wir haben wieder Zuwanderung statt Abwanderung beim BSK. Natürlich muss es immer wieder Veränderungen geben, damit der Wandel vollzogen werden kann. Ein System mit Stillstand ist dem Exodus geweiht. Unser Ziel ist aber nach wie vor, in der Saison 2018/19 den Meistertitel in der Salzburger Liga zu gewinnen.

Gespräche zwischen dem BSK und der Stadtgemeinde wurden mehrmals abgebrochen – was liegt da in der Luft?
REITER: Es braucht eine neue Haltung der Politik zum BSK. Der Klub erfüllt neben dem Sport Aufgaben wie friedliche Zusammenführung von Kulturen, Wertebildung, Vermittlung einer positiven Lebenshaltung bei Kindern und wir schaffen Angebote für Familien. Andere Klubs belächeln uns ob unserer völlig aus der Zeit gekommenen Infrastruktur oder auch der Herausforderungen, mit denen wir hinter den Kulissen zu kämpfen haben.
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