Corona-Schuljahr geht in die neue Saison
- Kinder- und Jugendcoach Nikola Fasching ist selbst Mutter von zwei Kindern.
- Foto: Andrea Sojka
- hochgeladen von Anita Ericson
Nächste Woche beginnt die Schule wieder. Groß ist die Unsicherheit, wie dieses Semester wohl ablaufen wird.
REGION PURKERSDORF (ae). Wird ein normaler Anwesenheitsunterricht möglich sein oder wird es wieder heißen „Homeschooling“? Für einige Tage oder dauerhaft? Mit oder ohne Homeoffice? Was auch immer bevorliegen mag: Das Bezirksblatt hat bei Kinder- und Jugendcoach, der Wientalerin Nikola Fasching, nachgefragt, wie man als Familie am besten durch schwierige Zeiten kommt.
Rückblick
„Herausfordernd im Frühjahr war die Koordination, speziell für Eltern mit mehreren Kindern. Zudem stieg der Druck auf die Erwachsenen oft auch berufsbedingt. Eltern sollten das eigene Arbeitspensum bewerkstelligen und gleichzeitig ihre Kinder schulisch unterstützen respektive die Kindergartenkinder zuhause beschäftigten, ohne sie einfach vor digitalen Medien zu parken“, fasst Nikola Fasching zusammen. Sie weiß wovon sie spricht, hat sie doch selbst zwei Kinder in Tullnerbach im Kindergarten bzw. in der Schule.
Sie ist aber auch Gründerin des Instituts erlernbar, wo im 14. Bezirk, nahe der Stadtgrenze zu Purkersdorf, besorgte Eltern Rat finden. „Da gab es Hauptfächer, in denen eher weniger zu tun war und dann kamen Anfragen von Eltern, wo Pädagogen von Nebenfächern wie Sport, Religion oder Bildnerische Erziehung ein sehr großes Arbeitspensum einforderten“, weiß sie etwa aus der Praxis zu berichten.
Positiv bleiben
„Bei dem Chaos im Frühjahr ist es wenig verwunderlich, dass selbst dort, wo Eltern versuchten, den Druck herauszunehmen, die Kinder die Veränderung dennoch spürten. Wir verzeichneten vermehrt ängstliche und unsichere Kinder, denen auch der soziale Austausch fehlte“, so Fasching weiter, die Tipps für die kommenden Wochen nachschießt: „Offenheit ohne Panikmache! Ich rate dazu, bei den Kindern authentisch zu bleiben. Am Familientisch darüber zu sprechen, wie sich jedes Familienmitglied in einer herausfordernden Zeit fühlt. Existenzielle Sorgen sollten hier nicht hineingenommen werden, aber kurze Erklärungen, warum man sich gerade so unrund fühlt. Die Kinder merken das ja und reimen sich sonst nur negative Geschichten zusammen." Eine gute Idee sind auch gebastelte Stimmungsbarometer – eine Übersichtstafel mit den Namen aller Familienmitglieder sowie die Wettersymbole Sonne, Regen, Blitz und Donner. So lässt sich Stimmung gut mitteilen und man kann sich darüber aussprechen. Fasching: "Ganz wichtig: positive Aspekte ausformulieren! Jeder negative Umstand bringt auch irgendetwas Gutes. Das ermöglicht Zuversicht!"
Hilfe vom Profi
Wenn man spürt, die Belastung wird zu groß, holt man sich am besten professionelle Hilfe. Fasching: „Man kommt zu uns, wenn negative Emotionen und Problematiken im Schulgeschehen, im Alltag in der Familie oder in der Rolle als Eltern und Pädagogen auftauchen, mit denen man sich nur schwer arrangieren kann." In einem Erstgespräch werden im Institut erlernbar der Ist-Stand erhoben und mögliche Unterstützungsangebote ausgelotet. Das Team aus verschiedenen Fachbereichen hat es sich zur Aufgabe gesetzt, Hilfe und Unterstützung im Schul- aber auch Familienalltag für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren zu bieten. Zusatzangebote unterstützen aber auch generell überlastete Erwachsene. Mehr Infos: www.erlernbar.at
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