Diebstahl in Purkersdorf
Polizist erwischte Diebinnen in flagranti

Warten auf das Urteil am Landesgericht St. Pölten.
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  • hochgeladen von Sabine Schwarz

PURKERSDORF. Im Auto sitzend beobachtete ein Polizeibeamter beim Weihnachtsmarkt 2018 in Purkersdorf, wie zwei Frauen einer älteren Dame zunächst Geld abbettelten und ihr während einer Umarmung „aus Dankbarkeit“ noch weitere Zehn-Euro-Scheine aus der Geldbörse klauten. Kurz danach konnte er das rumänische Duo stellen, während das Opfer in der Menschenmenge verschwand, ohne den Diebstahl bemerkt zu haben.

Nicht unbekannt

Am Landesgericht St. Pölten versuchten die Verfahrenshelfer, Oliver Simoncic und Roland Schöndorfer, wie in solchen Fällen üblich zum Nulltarif, die beiden Angeklagten zu verteidigen. Bereits zu Beginn der Verhandlung gab Schöndorfer bekannt, dass es ihm im Vorfeld nicht gelungen war, mit der 31-jährigen Rumänin zu sprechen, da sie sich nicht meldete. Vor Gericht erklärte sich die siebenfache Mutter nicht schuldig. Sie arbeite derzeit in Deutschland als Putzhilfe um 370 Euro, für die Wohnung müsse sie nichts bezahlen und vom Staat erhalte sie monatlich 2.500 Euro. Laut Nachfrage des Richters in den EU-Staaten weist die 31-Jährige zumindest 17 einschlägige Vorstrafen auf. Mit einem ähnlichen Vorleben wartete ihre 32-jährige Cousine auf: keine Schulbildung, mehrere einschlägige Vorstrafen, keine Beschäftigung und Mutter von vier Kindern. Auch sie bekannte sich nicht schuldig und machte es Verfahrenshelfer Simoncic ausgesprochen schwer, strafmildernde Gründe aus dem Hut zu zaubern.

Spenden für "kranke Kinder"

In ähnlichen Versionen gaben die beiden an, dass ihr PKW auf der Fahrt von Rumänien nach Deutschland defekt wurde. Man habe für die Weiterreise Geld gebraucht und sei daher in Purkersdorf betteln gegangen. Ein Mann habe ihnen Zettel gegeben, auf denen um Spenden für kranke Kinder gebeten wurde. „Damit erhält man leichter mehr Geld.“ Für die Staatsanwaltschaft handelte es sich um Betrug, was den Frauen durchaus bewusst sein musste, da sie sich mit raschen Schritten aus dem Blickfeld des Polizisten entfernten und die „Spendenzettel“ wegwarfen. „Ich habe von einer alten Frau fünf Euro bekommen“, meinte die 32-Jährige, von einem Diebstahl wisse sie nichts. Bei den sichergestellten 45 Euro handle es sich um das Geld der Cousine, die weder gebettelt noch gestohlen haben will.

Beratungsgespräche erfolglos

Richter Andreas Beneder verurteilte die 31-Jährige Mutter ergänzend auf ein Urteil im Mai 2019 zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten, zehn davon bedingt. Die 32-Jährige fasste 21 Monate, davon 14 bedingt, aus (nicht rechtskräftig). Das Beratungsgespräch mit ihren Verfahrenshelfern vor dem Gerichtssaal scheiterte an Telefonaten, die die beiden Rumäninnen mit 'ihren Männern' führten, die offensichtlich empfahlen, die Urteile anzunehmen.

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