Mobile Jugendarbeit
Ein unverzichtbares Angebot für die Region
- Seit sieben Jahren begleitet und unterstützt Sozialpädagogin Christiane Posch die Jugendlichen im Zwischentoren.
- hochgeladen von Evelyn Hartman
Die Mobile Jugendarbeit (MOJA) Ehrwald - Lermoos - Biberwier ist ein wichtiges Angebot für die Jugend in der Region.
EHRWALD (eha). Seit nunmehr sieben Jahren leitet Dipl. Sozialpädagogin Christiane Posch die MOJA in den Gemeinden Ehrwald, Lermoos und Biberwier. Mit Leidenschaft und Einfühlungsvermögen schafft sie einen Raum für Jugendliche im Alter von 11 bis 25 Jahren – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung. Im Gespräch mit MeinBezirk gab sie Einblicke in die Bedeutung ihrer Arbeit, die Herausforderungen, denen sie begegnet, und die Wünsche, die sie an die Politik richtet.
Ein Raum für alle
Das Herzstück der MOJA ist die Anlaufstelle in Ehrwald, die Jugendlichen als Treffpunkt und Rückzugsort dient. Hier können sie Freunde treffen, kreativ werden und sich an Projekten beteiligen. Christiane Posch legt großen Wert darauf, den jungen Menschen Mitgestaltungsmöglichkeiten zu bieten: „Es soll ihnen ermöglicht werden, ihre Ideen und Interessen umzusetzen“, betont sie. So sind im Laufe der Jahre vielfältige Aktivitäten entstanden – von Kürbisschnitzen zu Halloween über Smoothie-Workshops bis hin zu Airbrush- und Graffiti-Kursen. Auch eine Übernachtungsparty wurde organisiert – ein Highlight, das den Jugendlichen in Erinnerung geblieben ist. Die Projekte werden ganz oft von ortsansässigen Unternehmen unterstützt durch kostenlose Getränke, Materialien etc.. Braucht es mehr, dann hat Bgm. Markus Köck immer ein offenes Ohr, um weitere Unterstützungsmöglichkeiten einzuleiten.
Gewaltprävention
Ein weiterer Schwerpunkt der MOJA ist die Gewaltprävention. „Die Menschen glauben sehr oft, nur weil wir in einer ländlichen Region leben, dass uns das Thema nicht betrifft. Besonders in der Corona-Pandemie sind viele Gewalt-Themen in der Familie aufgebrochen. Gewaltprävention ist daher sehr wichtig," sagt Posch. Aus diesem Grund organisierte die MOJA bereits einen WenDo-Kurs – ein Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstraining speziell für Mädchen – der großen Zuspruch fand.
Sensible Themen
Christiane Posch beschreibt die Arbeit mit den Jugendlichen als sehr individuell und bedarfsorientiert. Häufig werden in vertraulichen Gesprächen Themen angesprochen, die nicht alle Jugendliche mit ihren Eltern teilen wollen: Freundschaften, Sexting, Pornografie, Mobbing, Trennung der Eltern oder die eigene Identität sind dabei häufige Anliegen. Interessanterweise beobachtet sie, dass oft gerade Jungs offener über schwierige Themen sprechen als Mädchen.
Die Herausforderungen der Einzelarbeit
Um den Bedürfnissen der Jugendlichen noch besser gerecht zu werden, wünscht sich Posch Unterstützung bevorzugt durch einen männlichen Kollegen. Sie hat dieses Anliegen bereits beim Land Tirol deponiert, bislang jedoch ohne Erfolg. Ein weiterer Grund ist, dass viele Aufgaben alleine zu bewältigen sind. Von der Betreuung der Jugendlichen über die Organisation der Angebote bis hin zur Verwaltung liegt alles in ihrer Hand. „Es fehlt mir ein Teamkollege, mit dem ich die Arbeit reflektieren und mich austauschen kann“, erklärt sie. Zudem könne sie in bestimmten Situationen kein Vier-Augen-Prinzip gewährleisten – etwa bei sensiblen Gesprächen. Auch die Aufsichtspflicht bei Freizeitaktivitäten stellt eine Herausforderung dar. Wenn Christiane auf Fortbildungen, im Urlaub oder krank ist, gibt es niemanden, der die Betreuung übernimmt.
Ein Appell an die Politik
Die engagierte Sozialpädagogin wünscht sich daher auf vielen Ebenen mehr Unterstützung wie auch sinnvolle Entscheidungen bei wichtigen Themen seitens der Politik. „Es liegt in unserer Verantwortung, was aus der zukünftigen Generation wird“, betont sie eindringlich. Ihre Forderung nach einem zweiten Kollegen ist ein notwendiger Schritt, um den Jugendlichen eine konstante und verlässliche Betreuung zu bieten und stellt natürlich auch eine persönliche Entlastung dar.
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