Rasche Hilfe
Notarztversorgung im Bezirk Reutte erreicht nächstes Level
- Im Bild v.r.: Verwaltungsdirektorin BKH Mag. Birgit Schliernzauer, NA Dr. Sabine Wolf, Bezirksstellenleiter RK Stefan Scheucher, Ärztlicher Direktor BKH Prim. Dr. Eugen Ladner, Geschäftsführer RK Andreas Inwinkl, GF Notarztversorgung Außerfern Dr. Jan Heydolph, NEF Stützpunktleiter RK Hubert Gruber
- Foto: Rotes Kreuz
- hochgeladen von Günther Reichel
Notärztliche Versorgung im Bezirk Reutte: Zwei-Säulen-System optimiert medizinische Ersthilfe.
REUTTE. Die notärztliche Versorgung im Bezirk Reutte wurde im November 2024 durch die Einführung eines bodengebundenen Notarzteinsatzfahrzeugs (NEF) entscheidend erweitert. Damit ist ein 24/7-Betrieb an 365 Tagen im Jahr garantiert – ein bedeutender Schritt für die medizinische Erstversorgung in der Region.
Lücke geschlossen
Schon früher war die notärztliche Versorgung durch das Rote Kreuz und später durch die ARA Flugrettung sichergestellt. Doch die alleinige Abdeckung durch den Notarzthubschrauber konnte nicht immer garantieren, dass ein Notfallteam zeitnah verfügbar ist. „Die Flugretter können auch anderweitig im Einsatz sein, wenn ein Notruf eingeht“, erklärt Andreas Inwinkl, Leiter des Rettungsdienstes beim Roten Kreuz.
Erweiterung mit System
Nach drei Jahren intensiver Planungen ist die bodengebundene Notarztversorgung nun Wirklichkeit. Tagsüber von 7 bis 19 Uhr stellt das Bezirkskrankenhaus die Notärzte, während nachts von 19 bis 7 Uhr die Ärzte des Notarztvereins im Einsatz sind. Der Notarztverein, dessen Vorsitzender der Gräner Bürgermeister Martin Schädle ist und dessen Geschäftsführer Jan Heydolph, spielt dabei eine bedeutende Rolle.
Ein starkes Team
Rund 30 Notärzte stellen ihre Expertise für das neue System zur Verfügung, unterstützt von Notfallsanitätern des Roten Kreuzes. Das NEF ist am Bezirkskrankenhaus stationiert, direkt beim Stützpunkt der ARA Flugrettung. Die Alarmierung erfolgt über die Leitstelle Tirol, die je nach Situation und Bedarf entscheidet, ob das NEF-Team oder der Notarzthubschrauber RK2 ausrücken soll. „Zeit, Radius und die Notwendigkeit eines Weitertransports spielen bei der Entscheidung eine wichtige Rolle“, betont Inwinkl.
Erste Erfolge
Bereits in den ersten Wochen nach der Inbetriebnahme zeigt sich der Erfolg des Systems. Zwischen dem 4. November und dem 10. Dezember 2024 wurde das NEF-Team zu 59 Einsätzen alarmiert. „Das waren Einsätze in der Zwischensaison. In der Hauptsaison werden die Zahlen mit Sicherheit steigen“, prognostiziert Inwinkl.
Zusammenspiel starker Partner
Das neue System basiert auf der Zusammenarbeit zahlreicher Akteure: dem Bezirkskrankenhaus Reutte, dem Roten Kreuz, dem Notarztverein, der ARA Flugrettung und dem Land Tirol, das die Finanzierung maßgeblich unterstützt. Dieses partnerschaftliche Modell stellt die Versorgung auch in entlegenen Gebieten sicher.
Ein großes Einsatzgebiet
Das NEF deckt das gesamte Außerfern ab, einschließlich des Lechtals, wo ein lokal stationierter Notarzt Dienst verrichtet. Im Tannheimer Tal kooperieren lokale praktische Ärzte mit dem Roten Kreuz, während im Zwischentoren hauptsächlich das Reuttener NEF zum Einsatz kommt. Bei Bedarf unterstützt das Fahrzeug auch Einsätze in anderen Talschaften.
Das neue Zwei-Säulen-System bringt nicht nur eine schnellere Reaktionszeit, sondern auch mehr Sicherheit für die Bevölkerung – ein echter Meilenstein für die notärztliche Versorgung im Bezirk Reutte.
Zur Sache
Das Wichtigste im Überblick
- Seit November wird das Notarzteinsatzfahrzeug wieder vom Roten Kreuz, dem Bezirkskrankenhaus und dem Notarztverein Außerfern an 24 Stunden, 365 Tage im Jahr besetzt
- Von 07:00 bis 19:00 versehen die Notärzte des BKH Reutte und von 19:00 bis 07:00 die Notärzte des Notarztvereins ihren Dienst
- Die Notfallsanitäter werden vom Roten Kreuz gestellt
- Stationiert ist das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) am Areal des Bezirkskrankenhauses Reutte, bei der ARA Flugrettung
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