Geschäftsjahr 2025/26
Plansee-Group steigert Umsatz auf 2,35 Milliarden Euro
- Der Vorstand der Plansee-Group vor der neu errichteten Wasserstoff-Anlage. v.l: Ulrich Lausecker, Karlheinz Wex (Vorstandsvorsitzender), Andreas Lackner und Andreas Schwenninger.
- Foto: MeinBezirk/Günther Reichel
- hochgeladen von Günther Reichel
Das Umfeld, in dem sich Plansee derzeit bewegt, ist schwierig. Dennoch konnte der Umsatz gesteigert werden, die Zahl der Mitarbeiter:innen ist konstant.
BREITENWANG. Geopolitischen Spannungen, De-Globalisierungstendenzen, eine hohe Volatilität bei Rohstoffpreisen und dazu internationale Handelskonflikte und Exportrestriktionen: Das wirtschaftliche Umfeld für die Plansee-Group ist so schwierig wie selten zuvor. Dennoch konnte das weltweit agierende Unternehmen mit Stammsitz in Breitenwang/Reutte den Umsatz um vier Prozent auf 2,35 Milliarden Euro steigern. Am Standort Breitenwang/Reutte waren es sogar sieben Prozent, hier wurden 875 Millionen Euro erwirtschaftet (2024/25: 819 Mio. €). Die Eigenkapitalquote erhöhte sich zeitgleich von 59 auf 60 Prozent.
Die Hintergründe dazu legte der Vorstand des Unternehmens bei einem Pressegespräch dar. Vorstandsvorsitzender Karlheinz Wex nannte mehrere Gründe, die für den Erfolg des Unternehmens sorgen. Die Verlässlichkeit der Plansee-Group im Bereich der Wolframversorgung ist dabei von besonderer Bedeutung. „Wolfram ist so etwas wie die Lebensversicherung für die Industrie", erklärte Wex.
Ein ganz besonderes Metall
Wolfram wird für viele Hightech-Anwendungen in der Elektronik, Medizintechnik und anderen Schlüsselbranchen gebraucht. Dank seiner hohen Verschleißfestigkeit können andere Metalle durch den Einsatz entsprechender Werkzeuge aus Wolfram erst bearbeitet werden. Ohne diese Werkzeuge würden große Teile der produzierenden Wirtschaft stillstehen.
Hauptlieferant für Wolfram war lange Jahre China. Das riesige Land hat seine Ausfuhren aber gestoppt und ist inzwischen zum Importeur geworden. Seither hat sich Wolfram weltweit verknappt und die Preise sind in die Höhe geschossen, und zwar "um bis zum Faktor zehn", so Wex.
Plansee steht sehr gut da
Die Plansee Group habe die Abhängigkeit von der Wolframversorgung aus China frühzeitig erkannt und arbeitet seit 20 Jahren an der Rohstoffsicherung, erläuterte Wex, weshalb Plansee mehr denn je in der weltweiten Versorgung eine zentrale Rolle einnimmt.
Die Wolfram-Rohstoffversorgung der Plansee Group basiert dabei auf drei Säulen:
- dem systematischen Sammeln und Sortieren von Wolframschrotten
- der kontinuierlichen Weiterentwicklung der eigenen Recyclingtechnologien sowie
- langfristige Abnahmevereinbarungen mit Minenbetreibern
„Unsere jahrzehntelangen Bemühungen, eine stabile, unabhängige und nachhaltige Wolframversorgung aufzubauen, haben sich gelohnt. Wir waren jederzeit in der Lage, alle unsere Bestandskunden zuverlässig zu beliefern."
Karlheinz Wex, Vorstandsvorsitzender der Plansee-Group
Hintergrund
Die Plansee Group ist größter Anteilseigner des Bergbauunternehmens Almonty Industries und hat sich den Großteil der Produktion der Sangdong-Mine in Südkorea langfristig gesichert. "Der für heuer angekündigte Produktionsstart der vor 30 Jahren stillgelegten Mine gilt als das größte Wolfram-Projekt in der westlichen Welt. Mittelfristig sollen von dort bis zu 20 Prozent des geförderten Wolframkonzentrats außerhalb Chinas kommen", nannte Karlheinz Wex Details.
Ein Blick auf die Märkte
Mit dem Blick auf die Absatzmärkte bereitet dem Unternehmen derzeit die schwache Nachfrage aus der Automobil-, Halbleiter- und Energietechnikindustrie Sorgen, andererseits gebe es leichte positive Impulse aus dem Maschinenbau und der Bauindustrie. Die Bereiche Luftfahrt, Verteidigung und Medizintechnik entwickeln sich wiederum Erfolg versprechend.
240 Mio. Euro investiert
Weiterhin sehr hoch ist die Summe der Investitionen: In Sachanlagen wurden weltweit 145 Millionen Euro investiert (2024/25: 150 Mio. €), für Innovationen wurden weitere 95 Mio. Euro aufgewendet (2024/25: 99 Mio. €). Beides ist für die weitere Entwicklung von entscheidender Bedeutung, um weiterhin erfolgreich am Markt tätig zu sein.
So wurde im Bereich der Sachanlagen etwa in den Ausbau der Kapazitäten entlang der Wolfram-Wertschöpfungskette investiert, und im Bereich Innovationen nannte Wex die Entwicklung von Bauteilen für Computertomografen oder Werkzeuge für die Bearbeitung von Flugzeugturbinen.
Sehr stabil sind die Mitarbeiterzahlen der Plansee-Group. Weltweit werden 11.120 Mitarbeiter:innen beschäftigt, am Standort Reutte sind es 2502 (2024/25: 2504). Große Veränderungen erwartet sich Wex in naher Zukunft nicht.
Besser informiert
Weitere Informationen aus dem Bezirk Reutte finden Sie unter www.meinbezirk.at
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