07.10.2016, 12:50 Uhr

"1,8 Kilometer Tunnel lösen unser Problem nicht!"

LA Maria Zwölfer tritt für eine große Tunnelvariante entlang der B179 ein. (Foto: Impuls Tirol)

LA Zwölfer zweifelt Sinnhaftigkeit des Fernpass-Scheiteltunnels an

AUSSERFERN (rei). Bei seinem Besuch im Bezirk Reutte ließ Günther Platter kürzlich aufhorchen: Er kündigte den Bau des Fernpass-Scheiteltunnels an. Geht es nach den Vorstellungen des Tiroler Landeshauptmanns, dann wäre in rund drei Jahren Baubeginn.

Kritik von LA Zwölfer

Platter erntete mit seiner Ankündigung viel Lob, es gibt aber auch Zweifel und Kritik. Letztere kommt u.a. von der Lermooser Landtagsabgeordneten Maria Zwölfer von Impuls Tirol. Ihr Vorwurf: "Der Fernpass-Scheiteltunnel greift viel zu kurz!"
Für sie und ihre Parteifreunde wäre diese Tunnelvariante mit einer Gesamtlänge von rund 1,8 Kilometern nur ein "Tropfen auf dem heißen Stein." Zwölfer sieht im Scheiteltunnel sogar eine Gefahr für die Region: "Eine solche Lösung machte wirklich wirksame Maßnahmen für Generationen unmöglich!"

Auch künftig wird es sich stauen

Die Lermooser Abgeordnete versucht ihre Kritik zu erklären und zieht Vergleiche: "Im Bereich der Wildbachverbauung setzt man Maßnahmen, welche in der Lage sind, berechnete Spitzen abzudecken. Niemand käme auf die Idee, eine Verbauung nur für 'Normalwasser' zu errichten. Entlang der B179 passiert aber genau das: Der Ausbau der 'Ewigkeitskurve' und die Umfahrung von Heiterwang sind der wachsenden Verkehrsdichte schon heute nicht gewachsen. Am Fernpass will man jetzt wieder ein Projekt verwirklichen, dass an 'normalen' Tagen sicher Verbesserungen schafft, nicht aber bei starkem Verkehrsaufkommen."

Live-Debatte im Internet

Am Donnerstag, 13. Oktober, wird Impuls Tirol daher im Zuge der aktuellen Stunde im Landtag die Verkehrsproblematik entlang der Fernpassstrecke thematisieren. Die Debatte kann man live im Internet (www.tirol.gv.at) zwischen 9 und 10 Uhr mitverfolgen.
Das Thema verspricht Spannung.

Drohende Transitlawine

LH Platter warnt massiv vor einem großzügigen Ausbau entlang der B179. Er orakelt, dass das Zwischentoren dann in einer Transitlawine untergehen würde. Zwölfer glaubt hingegen, dass die Belastungen in der Region nur dann auf Dauer auszuhalten sind, wenn man den Transitverkehr schnellstmöglich durch den Bezirk hindurchschleust. Und das funktioniere nur mit großen Tunnellösungen.

Varianten prüfen

Welche Röhre am Ende umgesetzt werden soll, müsse geprüft werden. Und das möglichst rasch.
Auch dem Argument Platters, mit dem Scheiteltunnel das 7,5-Tonnen-Limit aufrecht erhalten werden kann, traut Zwölfer nicht: "Ich würde gerne sehen, wo das vertraglich festgehalten ist. Was, wenn das Tonnagelimit nicht hält? Dann haben wir diese kleine Röhre und erst wieder keine Lösung des Verkehrsproblems."
Tirols Grünen wirft Zwölfer wiederum vor, dass diese mit ihrer Warnung "wer Straßen sät, erntet Verkehr" dahingehend nicht ehrlich waren, dass man entlang der B179 bisher keine Straßen gesät, sehr wohl aber sehr viel Verkehr "geerntet" habe.
Für Maria Zwölfer ist daher klar: "Was uns in Heiterwang und am Katzenberg passiert ist, darf nicht noch einmal geschehen. Wir brauchen eine große, nachhaltige Lösung in der Verkehrsfrage."
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