24.09.2016, 06:30 Uhr

Bordell am Urisee ist unerwünscht: "Die Nachfrage muss aufhören"

Erwin Komarek organisierte die Info-Veranstaltung im VZ Breitenwang.
BREITENWANG (rei). Das ehemalige Hotel Urisee in Reutte soll ein Bordell werden. Entsprechende Anträge werden derzeit von den Behörden geprüft. Klaudia und Erwin Komarek aus Pflach halten davon gar nichts. Dass hinter einem "Freundenhaus" sehr viel Leid steckt, wollte sie daher der Bevölkerung näher bringen und organisierten eine Info-Veranstaltung im Veranstaltungszentrum in Breitenwang.
Unter dem Titel "Menschenhandel, moderne Sklaverei und Sexkauf" wollten sie aufzeigen, dass diese Themen auch im Außerfern bald aktuell sein könnten, falls das Bordell am Urisee tatsächlich kommt.

Nationalrätin Elisabeth Pfurtscheller, sie ist zugleich Menschenrechtssprecherin der ÖVP im Parlament, und Gaby Wentland, 1. Vorsitzende des Vereins "Mission Freedom" informierten ausführlich, was Prostitution für die Frauen, die sie ausüben, mit sich bringt.

Menschen sensibilisieren

Pfurtscheller wies darauf hin, wie wichtig ein selbstbestimmtes Leben für jeden Menschen ist. Sind Frauen erst einmal in der Prostitution gefangen, ist es für sie mit diesem selbstbestimmten Leben vorbei. "Mein Ziel ist es, Sensibilität für das Thema zu schaffen", sagte Pfurtscheller.

Im Gemeinderat dagegen

Als das Thema "Bordell" im Reuttener Gemeinderat behandelt wurde, stimmte Pfurtscheller damals als Gemeinderätin gegen das Ansinnen des Betreibers. "Der Urisee ist ein Naherholungsgebiet. Hier treffen sich Kinder und Jugendliche, Familien und Touristen", argumentiert Pfurtscheller auch aus diesem Grund gegen das Bordell und appellierte an die Öffentlichkeit: "Es ist unsere Verantwortung etwas dagegen zu tun."

Prostitution bringt Leid

In Deutschland ist der Verein Mission Freedom ein Kämpfer gegen Prostitution. Gaby Wentland vermittelte den Zuhörern einen Eindruck davon, was Prostituierte alles erleben und welches Leid sie nahezu täglich ertragen müssen. "Niemand tut das gerne!", versicherte Wentland, die seit vielen Jahren engen Kontakt zu Prostituierten hat und ihnen hilft, aus diesem Umfeld herauszukommen. Ihre Forderung ist klar: "Die Nachfrage muss aufhören!"
Um dieses Ziel zu erreichen, sei es wichtig, neue Freundhäuser, wie nun eines am Urisee geplant ist, erst gar nicht entstehen zu lassen.
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