09.10.2016, 10:16 Uhr

"Ein Jumbo kann nie landen!"

René Piechocinski besichtigte die Asphaltierungsarbeiten am ersten Tag.

Die Arbeiten am Flugplatz in Höfen gehen in die Endphase. Anfang November soll alles fertig sein.

HÖFEN (rei). Man soll mit dem Begriff "historisch" ja vorsichtig sein, etwas Besonderes war der Donnerstag aber schon: An diesem Tag wurde mit den Asphaltierungsarbeiten der neuen Start- und Landebahn am Flugplatz in Höfen begonnen. Am Freitag wird die Asphaltdecke fertiggestellt.


"Das wird die beste Piste dieser Klasse in ganz Mitteleuropa", ist René Piechocinski überzeugt. Unterbau, Feinplanie und Asphaltdecke wurden millimetergenau eingebaut.

Der Obmann des Flugsportvereins Reutte-Höfen ist froh, dass die Arbeiten nun dem Ende entgegengehen. Die Vorgeschichte ist nämlich eine lange. Nun fehlen nur noch diverse Restarbeiten und die offizielle Abnahme. Läuft alles nach den Vorstellungen der Vereinsmitglieder, dann werden eventuell noch heuer erste Starts und Landungen möglich, ehe der Winter Einzug hält.

Beachtliche Asphaltfläche

Das Flugfeld am Höfener Flugplatz hat sich mit den durchgeführten Arbeiten nicht verändert. Es gibt einen 60 Meter breiten und 783 Meter langen Sicherheitsstreifen. In dessen Mitte befindet sich das asphaltierte Rollfeld. Dieses ist 18 Meter breit und 679 Meter lang. Lechseitig wurde zum bestehenden Auwald-Streifen eine Rampe angeböscht. Diese wird begrünt und dient einerseits der Sicherheit der Flieger, und andererseits verbessert sie den Hochwasserschutz.

Piste der Klasse "F"

Durch die Modernisierungen weist der Höfener Flugplatz nun eine Piste der Klasse "F" auf. Das bedeutet, hier können Flugzeuge mit einem Maximalgewicht von 5,7 Tonnen starten und landen.
Seit die Arbeiten begonnen haben, tauchen Mutmaßungen auf. Ob hier wohl auch im Notfall ein richtig großer Flieger, etwa ein Airbus, landen könnte, so lange und breit wie die Piste jetzt doch ist? "Nein, nicht einmal im Notfall", sagt dazu René Piechocinski. Der muss es wissen, ist er doch im Zivilberuf Pilot bei der Lufthansa. Viel zu kurz und zu schmal wäre die Landefläche. Außerdem fehlen am Boden alle nur erdenklichen Sicherheitseinrichtungen.

Maximal 15 Starts täglich

Wie bisher sind auch in Zukunft in Höfen maximal 15 Starts von Motorfliegern am Tag erlaubt. Neben dem bisherigen Flugbetrieb werden künftig eventuell auch zweimotorige Geschäftsflugzeuge zu sehen sein. Diese sind unter dem erlaubten Gewichtslimit.
Muss man Sorge haben, dass diese Flieger lauter sind als jene, die man derzeit kennt? "Nein", sagt auch dazu Piechocinski. Das Gegenteil sei der Fall: "Diese Flieger sind schon aufgrund der gesetzlichen Vorgaben leiser, als jene die man derzeit in Höfen starten und landen. Man kennt das von Autos. Eine moderne Limousine ist sicher motorisch leiser als ein alter VW-Käfer." Bei Flugzeugen sei das vergleichbar.

€ 500.000 investiert

Insgesamt werden am Höfener Flugplatz rund 500.000 Euro für die Neuerungen im Pistenbereich investiert. Die Piste verschlingt den Großteil der Kosten, nämlich rund 400.000 Euro.
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