06.10.2017, 09:23 Uhr

Falsche Eier geliefert: Wörle nahm seinen Hut

1
Könnten die "ehrlichen" Eier vom Bauernhof weinen, sie würden es wohl tun, wenn sie wüssten, dass man ihnen billige Eiern aus der Massentierhaltung unterjubelt. (Foto: Claudia Reichel)
PINSWANG (rei). Richard Wörle, oberster Vertreter der Bauern im Außerfern, musste zurücktreten! Der Rücktritt ist die Konsequenz aus der Lieferung von Eiern aus Käfighaltung.

Der Pinswanger Landwirt belieferte in den vergangenen Jahren das Wohn- und Pflegeheim Haus Ehrenberg mit frischen Eiern. Mit Eiern von seinem Bauernhof. Das dachte man dort zumindest. Doch dann tauchten fremde Stempel auf den Eierlieferungen auf. Im Pflegeheim forschte man nach und wurde schnell fündig: Ein Teil der gelieferten Eier stammte aus Käfighaltung. Darunter wiederum Eier aus Österreich, aber auch welche aus Deutschland.

Vorstand beriet sich

Im Pflegeheim beriet man sich, was zu tun ist. Der Vorstand des Hauses, in dem viele Bürgermeister sitzen, wurde informiert und der zögerte nicht lange: Die Geschäftsbeziehung wurde umgehend abgebrochen und eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft übermittelt.
Beim Bezirkserntedankfest in Reutte hätten die obersten Landwirtschaftsfunktionäre Wörle bereits "zur Seite genommen" und mit ihm Klartext gesprochen. Man habe ihm den Rücktritt nahegelegt. Aber erst nachdem die Causa in die Öffentlichkeit kam, reagierte Wörle: Am Donnerstag erklärte er seinen  Rücktritt: "Ich trete mit sofortiger Wirkung von sämtlichen Funktionen im Tiroler Bauernbund und der Tiroler Landwirtschaftskammer zurück", erklärte Wörle in einer Aussendung.

Mehr zum Thema in der kommenden Bezirksblätter-Ausgabe.
1 1
1
Einem Mitglied gefällt das:
Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
1 Kommentarausblenden
1.654
Helga Amh aus Bruck an der Leitha | 07.10.2017 | 17:21   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.