Richtiges Verhalten bei Gewitter kann Leben retten
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BEZIRK. Vergangene Woche forderte ein leichtes Gewitter über der Ortschaft Maireck, in der Gemeinde Waldzell, ein Todesopfer (die BezirksRundschau berichtete). Auch in den nächsten Tagen werden wieder Gewitter in Oberösterreich erwartet. Aus diesem Grund ist erneut Vorsicht geboten.
Ein Blitzschlag verursacht meist schwere Verletzungen und verläuft im schlimmsten Fall tödlich. „Hört man den Donner, ist es Zeit, den Aufenthalt im Freien zu meiden und einen geschützten Bereich aufzusuchen“, rät AUVA-Experte Gunter Seebacher. „Vergehen zwischen Blitz und Donner weniger als 10 Sekunden besteht bereits die unmittelbare Gefahr eines Blitzeinschlags.“
Den besten Schutz vor Blitzschlag bieten Gebäude mit Blitzschutzanlage, Fahrzeuge mit Ganzmetallkarosserien und Tunnelanlagen. Bei offenen Unterständen besteht hingegen die Gefahr von Seitenblitzen. Dringend abzuraten ist auch von einem Aufenthalt in Zelten (insbesondere kleinere Campingzelte).
Geringe Gefährdung gibt es an folgenden Orten:
• Tiefe Mulden, Hohlwege, Höhlen und ähnliches
• Das Innere eines Waldes, wenn von den umgebenden Bäumen im Optimalfall mehr als 10 Meter Abstand gehalten werden kann. Das Sprichwort „Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen“ ist statistisch nicht erwiesen.
• Die Nähe von hohen Objekten (allerdings mindestens einen, oder besser drei Meter
Abstand von allen Teilen des Objekts halten).
• Der Bereich unter großen Brücken und der Bereich unter den Seilen von Seilbahnen,
Liften und auch Stromleitungen (mindestens ein oder besser drei Meter Abstand zum nächsten Mast).
Besonders gefährliche Orte:
Wasser (Schwimmbecken, Gewässer), im Gelände höher gelegene Punkte (Berggipfel) oder Klettersteige zählen zu den besonders gefährlichen Orten, diese sollten im Fall eines Gewitters sofort verlassen werden. Bei Menschansammlungen im freien Gelände, wie auf nicht geschützten Sportplätzen, sollte man ebenso rasch einen geschützten Bereich aufsuchen.
Verhaltenstipps bei Gewitter
Wenn ein Gewitter trotz aller Vorsichtsmaßnahmen überraschend kommt und kein sicherer Aufenthaltsort mehr erreicht werden kann, hilft es laut AUVA folgendes zu beachten, um die Gefahr eines Blitzschlages auf ebenem Gelände zu reduzieren:
• Mindestens einen oder besser drei Meter Abstand von anderen Personen halten, keinesfalls einander berühren.
• Mit geschlossenen Füßen in Hockstellung gehen – nicht flach auf den Boden legen.
• Keine Gegenstände tragen, die über den Körper hinaus ragen, wie beispielsweise Regenschirme.
• Von Bäumen und Ästen einen Abstand von etwa zehn Metern einhalten.
Im Fall von Waldzell standen die beiden Männer laut Polizeibericht nebeneinander am Waldrand, als plötzlich ein gewaltiger Knall ertönte. Einer der beiden Pensionisten sackte sofort zu Boden. Er wurde vom Blitz getroffen.
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