Projekt Sandkiste
HTBLA Wels und BezirksRundschau untersuchten Sandkisten: Keine Gefahr für Rohrbachs Kinder

Ein Projektteam aus Schülern der HTBLA Wels analysierte unter Anleitung seiner Lehrer 72 Sandkistenproben auf Gefahrenstoffe.
  • Ein Projektteam aus Schülern der HTBLA Wels analysierte unter Anleitung seiner Lehrer 72 Sandkistenproben auf Gefahrenstoffe.
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HTBLA Wels analysierte auf Auftrag der BezirksRundschau 72 Sandkisten in OÖ. auf Gefahrenstoffe.

WELS, BEZIRK. Das erfreuliche Ergebnis: Es fanden sich weder Schwermetalle noch die krebserregenden polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe in gesundheitsbedenklichem Ausmaß. Nur in einer der Proben entdeckten Schüler Wurmeier, die durch Hunde- oder Katzenkot übertragen werden. Die betroffene Gemeinde weiß Bescheid. Im Bezirk Rohrbach beprobte man vier Sandkisten – siehe Zur-Sache-Kasten rechts. Eine davon befindet sich bei der Freizeitanlage Kranzling in Haslach. Bürgermeister Dominik Reisinger sagt: "Sicherheit und Hygiene sind äußerst wichtig. Der Spielsand wird mindestens einmal pro Jahr optisch gesichtet und im Fall von Verunreinigungen ausgewechselt." Sand müsse man dort fast jährlich neu einbringen, weil der alte meist vom Hochwasser ausgeschwemmt werde. In Putzleinsdorf nahm man den Naturspielplatz beim Freibad unter die Lupe. "Der Sand wird von Gemeindemitarbeitern kontrolliert, das Unkraut entfernt", informiert Bürgermeister Bernhard Fenk. Weil sich dort auch eine Wasserpumpe befinde und die Sandkiste keine klassische "Kiste" sondern eher eine große Fläche sei, werde der Sand auch schnell "vertragen". "Wir müssen jährlich eine große Menge aufschütten, um den Sand überhaupt halten zu können", so Fenk.
Markus Eibl, Vorstand der Abteilung für Chemieingenieurwesen der HTBLA Wels, ist hinsichtlich der Ergebnisse überrascht: "Es zeigt sich, dass sich der Umweltschutz deutlich gebessert hat, weil etwa Blei in den Analysen kein Thema war."

Jährlicher Austausch sinnvoll

Bezogen auf die Schwermetalle und polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe wäre es ob der Analyse-Resultate gar nicht notwendig, den Sand jedes Jahr auszutauschen. "Wegen der Verunreinigung durch Bodenbakterien und Parasiten aus Tierkot ist der Austausch aber gut", so Eibl. Der technische Chemiker leitete das Projekt "Sandkiste". Für die Betreuung der Schüler waren Harald Baumgartner (Analytik-Kustos und technischer Chemiker), Beatrix Kogler (Mikrobiologin und Biochemikerin) und Rainer Schöftner (technischer Chemiker) zuständig. Dank des großen Einzugsgebietes der Schüler konnte man die Proben in der kurzen Zeit von Ende März bis Mitte April ziehen. Herausfordernd war die biologische Analyse. Anfragen beim Magistrat Wels, der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und der Veterinärmedizinischen Universität in Wien brachten eine Überraschung: "Für die hygienische Beschaffenheit von Spielsand gibt es keine gesetzlichen Vorgaben und daher auch keine einheitlichen Bewertungsmaßstäbe", verrät Kogler. "Eine Studie des Max Planck Instituts stellte fest, dass in einem einzelnen Sandkorn zwischen 10.000 und 100.000 Bakterien nachzuweisen sind." Bei den analysierten Keimen im Spielsand handele es sich aber vorwiegend um für Menschen "unbedenkliche Bodenbakterien".

Hund und Katze fernhalten

Humanpathogene Parasiten, vor allem etwa die Eier des Hundespulwurms, die über Hunde- und Katzenkot übertragen werden, würden hingegen ein größeres Infektionsrisiko insbesondere für Kinder darstellen. "Hunde und Katzen sollten von Spielplätzen ferngehalten werden, da deren Kot die Hauptquelle für parasitäre Erkrankungen darstellt", so die Expertin.

Zur Sache

• Schüler der Klassen 3AHCIC, 3BHCIC und 3CHCIC der HTBLA Wels analysierten unter Anleitung ihrer Lehrer Markus Eibl, Harald Baumgartner, Beatrix Kögler und Rainer Schöftner 72 Sandkistenproben aus ganz Oberösterreich auf Gefahrenstoffe. Das Ergebnis: An nur einem Standort wurden Wurmeier gefunden.
• Im Bezirk sind alle 4 beprobten Sandkisten gesundheitlich unbedenklich: Böhmli-Erlebnisspielplatz in Schwarzenberg, Freizeitanlage Kranzling in Haslach, kleiner Sportplatz in St. Martin, Spielplatz beim Freibad Putzleinsdorf.
• Laut den Experten des Projektes sei die Dosis an Krankheitserregern in Spielsand so gering, dass unser Immunsystem damit gut fertig werde. Händewäschen nach dem Spielen sei aber essentiell. Ein viel größeres Risiko für Kinder stellen weggeworfene Zigarettenstummel oder Glasscherben dar.

Mehr dazu: https://www.meinbezirk.at/oberoesterreich/c-lokales/keine-gefahr-fuer-kinder-in-oberoesterreichs-sandkisten_a3396879

Autor:

Annika Höller aus Rohrbach

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