Hitze, Enge und Gestank
Der Polizei stinkt’s am Meiselmarkt

Karl Schwing, Bezirksvorsteher-Stellvertreter, vor dem Wachzimmer. In der Einfahrt stehen die Mülltonnen des Marktes.
  • Karl Schwing, Bezirksvorsteher-Stellvertreter, vor dem Wachzimmer. In der Einfahrt stehen die Mülltonnen des Marktes.
  • Foto: Foto: Elis
  • hochgeladen von Michael Payer

Es passiert äußerst selten, dass sich die Bezirksparteien in Rudolfsheim einstimmig zu einem Antrag bekennen. Dann muss ein Problem schon so offensichtlich sein, dass es sich auch nicht für politische Spielchen eignet. Bei der vergangenen Bezirksvertretungssitzung wurde einer Resolution der FPÖ einstimmig zugestimmt. Die Polizeiinspektion in der Wurmsergasse hat nämlich drei Probleme, die in Kombination eine nahezu unerträgliche Situation ergeben.

RUDOLFSHEIM-FÜNFHAUS. Erstens: Zu wenig Platz. "Polizeiliche Amtshandlungen können nicht so durchgeführt werden, dass auf die Privatsphäre und den Datenschutz der Menschen Rücksicht genommen werden kann, denn es gibt keinen Ort, an dem es ruhig oder ungestört ist", erzählt Karl Schwing (FPÖ), Bezirksvorsteher Stellvertreter, der die Situation gut kennt. Er selbst ist Polizist von Beruf.

Mehr als 30 Grad

Zweitens: Nur an der Vorderseite des Gebäudes gibt es Fenster, die sich öffnen lassen und damit im Sommer für Abkühlung sorgen könnten. Im hinteren Bereich ist es sogar umgekehrt: Hier gibt es eine Milchglasscheibe am Dach, die sich nicht öffnen lässt. Und im Sommer, wenn die Sonne direkt darauf scheint, verstärkt diese die Hitze in den Räumen noch zusätzlich. Unzumutbare Innentemperaturen seien das, so Schwing beim Lokalaugenschein. Mehr als 30 Grad habe es in den Hitzemonaten in der Inspektion.

Der Duft der Abfälle

Dann kommt noch das dritte Problem hinzu: Direkt neben der Inspektion befindet sich die Einfahrt zu den Lager- und Arbeitsbereichen des Meiselmarktes. Wenige Meter von den Fenstern entfernt, ist der Müllplatz des Marktes. Hier werden Lebensmittel, wie zum Beispiel Fleisch und Milchprodukte entsorgt. Und an manchen Tagen ist der Gestank so stark, dass es für die Polizisten kaum zu ertragen ist. "Dort wird der gesamte Müll des Marktes entsorgt", heißt es vom Marktamt. Die Container würden regelmäßig geleert. Nämlich dann, wenn sie voll sind.

Enge Räume, Hitze und Gestank – damit müssen die Polizisten der Inspektion in der Wurmsergasse also leben. Das wollen alle Parteien des Bezirkes nun ändern. "Die Bezirksvertretung Rudolfsheim-Fünfhaus spricht sich dafür aus, dass den Frauen und Männern, die sich um die Sicherheit unserer Bürger kümmern, ein moderner und zumutbarer Arbeitsplatz bereitgestellt wird", heißt es in der Resolution.

Von der Polizei selbst erfährt man, dass Renovierungsarbeiten geplant sind. "Der Renovierungsbedarf bei etlichen Gebäuden ist unumstritten. Für die Inspektion Wurmsergasse sind einige Instandsetzungsarbeiten vorgesehen, inklusive Klimaanlage. Wann diese durchgeführt werden, hängt von etlichen Variablen ab und kann deshalb nicht seriös beauskunftet werden. Im Sinne unserer Kollegen, hoffen wir natürlich auf ehebaldige Erledigung", lässt Pressesprecher Paul Eidenberger wissen.

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