Schmelz: Bezirk macht Druck für Öffnung der Sportflächen

Gemeinsam für eine offene Schmelz: Rudolfsheims Bezirkschef Gerhard Zatlokal (links) mit Edith Wildmann und Peter Leeb von der Initiative FRISCH.
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RUDOLFSHEIM-FÜNFHAUS. Radieschen, Kräuter und Salat: Das ist derzeit das Trostpflaster für die Initiative FRISCH (Freiraum Initiative Schmelz). Seit vier Jahren bereits kämpft man dort nämlich für die Öffnung von Sportflächen auf der Schmelz für die Bevölkerung. Passiert ist bisher jedoch – trotz Unterstützung vom Bezirk sowie diversen Versprechungen seitens der zuständigen Stellen – nichts. Zumindest bis auf den "Schmelzgarten", dem Gemeinschaftsgarten neben dem Gymnasium, der vergangenen Herbst eröffnet wurde. Auf den sechs Hochbeeten wächst und gedeiht alles – bei FRISCH kann man bisher keine so erfolgreiche Bilanz vorweisen.

Der Sportdachverband ASKÖ, Kleingärtner und das Universitätssportinstitut (USI) teilen sich das Grün, das im Eigentum der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) ist. Mit der öffentlichen Nutzung sieht es derzeit hingegen noch schlecht aus: "Drei Asphaltwege und der Kinderspielplatz sind aktuell die einzigen öffentlich zugänglichen Flächen", so Edith Wildmann von FRISCH.

Leere Versprechungen

Mehrmals bereits gab es schon Versprechungen für eine öffentliche Nutzung – so sollte etwa der so genannte "S-USI-Park" vor dem Haupteingang des Universitätssportzentrums entstehen. "Wir hatten sogar schon Pläne vorliegen. Aber mittlerweile ist davon keine Rede mehr", sagt Peter Leeb von FRISCH. "Die Haftung ist jetzt immer das erste Totschlag-Argument", so Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal.

Geplant ist laut Bezirk die öffentliche Nutzung des Eingangsbereichs des Zentrums für Sportwissenschaft der Uni Wien sowie Flächen des ASKÖ. "Der so genannte "2er-Sportplatz" ist so kaputt, dass er nicht mehr von Profisportlern genutzt werden kann. Ihn dafür herzurichten würde 250.000 Euro kosten. Wir könnten uns als Bezirk aber vorstellen, ihn zu einem Spielplatz umzufunktieren", so Zatlokal. Außerdem soll der Weg auf der Schmelz autofrei werden.

Von fixen Zusagen will man beim ASKÖ nichts wissen. Es hätte lediglich "Gesprächsbereitschaft und Verständnis für das Anliegen" gegeben, heißt es von dort.
Was die Öffnung der Sportanlage betrifft, gebe es vorher außerdem die Haftungsfrage zu klären. "Personen, die nicht sporteln, oder Kinder können die Gefahr herumfliegender Bälle nicht immer richtig einschätzen. Als Betreiber der Anlage kann man dafür nicht die Haftung übernehmen", so die offizielle Stellungnahme des ASKÖ dazu.

Pachtvertrag mit Uni läuft aus

Wie's jetzt weitergeht? Zumindest mit einem zweiten Schmelzgarten. "Dafür haben wir schon die Zusage vom Bezirk. Entstehen sollen die sechs neuen Beete vorne Richtung Gablenzgasse", so Leeb.

Also wieder nur ein Trostpflaster? Ein Ass hat der Bezirk noch im Ärmel: 2020 läuft der ASKÖ-Pachtvertrag mit der Uni für den Sportplatz auf dem Grundstück der Stadt Wien aus. "Die Fläche wollen wir dann öffentlich machen. Also wenn wir bis dahin keinen Erfolg mit unseren Forderungen haben, ist das unser Plan B", so Zatlokal.

Hintergrund:

Bericht: Der Schmelzgarten hat eröffnet
Bericht: Ein neuer Park für die Schmelz?
Bericht: Voller Einsatz für eine offene Schmelz

Autor:

Andrea Peetz aus Wien

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