Suchtgiftszene bei Jedmayer
Rudolfsheim fordert mehr Polizei und Drogen-Konsumräume

Für legale Konsumräume etwa in den Stadtbahnbögen sind Rudolfsheims Bezirkschef Dietmar Baurecht und Gemeinderäten Claudia Laschan (beide SPÖ). | Foto: Mathias Kautzky/MeinBezirk
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Aufgrund deutlich mehr werdender Beschwerden wegen der Drogenszene fordert der Bezirk mehr Polizei samt einer neuen Polizeiinspektion. Aber es brauche auch legale Drogen-Konsumräume, um die Szene aus der Öffentlichkeit zu bekommen.

WIEN/MARIAHILF/RUDOLFSHEIM-FÜNFHAUS. Offener Drogenhandel und liegengelassene Spritzen, Gewaltdelikte sowie Einbrüche und Übernachtungen in Stiegenhäusern: Die Drogenszene rund um die Beratungsstelle Jedmayer in Mariahilf steht schon länger im Fokus.

Ihre Auswirkungen auf Anrainer, Schulen sowie den öffentlichen Raum stellen auch den 15. Bezirk vor Herausforderungen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es heuer deutlich mehr Beschwerden, berichtet man aus der Bezirksvorstehung. Bezirkschef Dietmar Baurecht und Gemeinderätin Claudia Laschan (beide SPÖ) fordern nun Maßnahmen.

"Viele Bezirksbewohner haben mir gesagt, dass sich die Drogensituation in ihren Grätzln verschlechtert hat – und ich nehme das natürlich auch selber im öffentlichen Raum wahr", stellt Baurecht fest.

Polizeistation und Konsumräume

Der Bezirkschef merkt an, dass es im Bezirk enorm viele Überstunden der örtlichen Polizeikräfte gäbe. Die Auswirkung davon: "Weil es im 15. Bezirk zu wenige Polizeikräfte gibt, ist die Polizei auch zu wenig im öffentlichen Raum unterwegs und kann bei illegalen Handlungen oft erst spät einschreiten. Darum fordern wir mehr Polizeikräfte – und eine Polizeiinspektion bei der U6-Station Gumpendorfer Straße", sagt Baurecht und merkt an, dass man überlege den Sechshauserpark zu umzäunen – wie zuletzt den Fritz-Imhoff-Park in Mariahilf.

Gemeinderätin Laschan wohnt in der Sechshauser Straße, sie ist im Zivilberuf Ärztin. "Wir wollen legale Konsumräume, damit die Betroffenen ihre Drogen dann in einem geschützten Raum spritzen – und nicht mehr auf der Straße oder in Stiegenhäusern", so Laschan. "Außerdem bewirken Konsumräume, dass die Spritzen nicht mehr überall herumliegen", schlussfolgert sie. Auch ein Ort fällt der Gemeinderätin für solche Konsumräume ein: die Stadtbahnbögen.

"Wir gehen es an"

Der Wiener Drogenkoordinator Ewald Lochner hatte solche Konsumräume zuletzt aber abgelehnt – oben drauf bräuchte deren Umsetzung aufgrund der Illegalität des Drogenkonsums umfangreiche Gesetzesänderungen auf Bundesebene. "Einfach wird das nicht, aber wir gehen es an", ist Laschan motiviert und merkt an, dass der 15. Bezirk einst auch federführend bei der Abschaffung der Straßenprostitution gewesen sei.

Anrainerinnen und Anrainer berichten immer wieder von Personen, die im Umfeld der Suchthilfe Jedmayer am Gumpendorfer Gürtel 8 offen Drogen konsumieren.  | Foto: Pia Rotter/MeinBezirk
  • Anrainerinnen und Anrainer berichten immer wieder von Personen, die im Umfeld der Suchthilfe Jedmayer am Gumpendorfer Gürtel 8 offen Drogen konsumieren.
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Bereits jetzt tue der Bezirk viel. Baurecht erklärt etwa, dass im Bezirksbudget 60.000 Euro für die Sam West, die mobile Suchthilfe, reserviert seien und die Reinigungsintervalle rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße zuletzt erhöht wurden. Außerdem kommen demnächst zusätzliche Lampen bei der Hundezone an den Stadtbahnbögen zwischen Sechshauser Straße und Gumpendorfer Straße.

Verdrängung in den 15. Bezirk?

Ob die gestiegenen Beschwerdezahlen mit der seit Mai bestehenden Schutzzone rund um den Fritz-Imhoff-Park und das Jedmayer im 6. Bezirk zusammenhängen, will wiederum der Rudolfsheimer FPÖ-Klubobmann Manfred Dworak klären: Er vermutet, dass sich die Drogenszene aufgrund der Schutzzone in die angrenzenden Gebiete des 15. Bezirks verlagert habe.

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Anrainerinnen und Anrainer berichten immer wieder von Personen, die im Umfeld der Suchthilfe Jedmayer am Gumpendorfer Gürtel 8 offen Drogen konsumieren.  | Foto: Pia Rotter/MeinBezirk
Manfred Dworak (FPÖ) will die Schutzzone evaluieren. | Foto: Patricia Hillinger/MeinBezirk
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