Schärding damals
Alte Bräuche zu Silvester und dem Neujahrstag
- Theatergruppe Enzenkirchen feierte 1936 gemeinsam Silvester. Der Brauch des Silvesterschießens entspringt dem Raunachtsbrauch der Lärmabwehr.
- Foto: O. Voglmayr
- hochgeladen von Michelle Bichler
Zu Neujahr gab's früher dreierlei Fisch zu Mittag, Patenkinder statteten ihrer "Godn" oder dem "Göd" einen Besuch ab und Frauen durften an dem Tag nicht flicken.
ENZENKIRCHEN. Im Enzenkirchner Heimatbuch hat der Historiker Roger Almannsberger dem Brauchtum am Silvesterabend und Neujahr einen eigenen kurzen Beitrag gewidmet. Er schreibt, dass heute noch bekannte Bräuche am Silvesterabend wie das Bleigießen oder das Verschenken von Glücksschweinchen meist städtischen Ursprungs sind. Nur das Silvesterschießen ließe sich auf bäuerliches Brauchtum zurückführen. Es entspringt dem Raunachtsbrauch der Lärmabwehr.
Fürs "Godn"-Besuchen gab's Backwerk und Geld
Demgegenüber lassen sich für den Neujahrstag mehrere alte, ländliche Sitten finden. So "besuchten die Patenkinder an dem Tag ihre "Godn" und den "Göd" und wünschten ihnen ein gutes, gesundes, neues Jahr", erklärt Allmannsberger. Dafür wurden sie dann mit einem Backwerk und einem kleinen Geldgeschenk belohnt.
Auch kulinarisch hatte der erste Tag des neuen Jahres einiges zu bieten. So kam nach dem Kirchenbesuch am Vormittag ein "festliches Mahl mit dreierlei Fisch – Gsottenem, Gbratenem und Gbackenem – und Krapfen, "Küacheln" und Pofesen auf den Tisch. Zum Kaffee gab es den Schlögl – in Enzenkirchen wohl besser als "Rähnudl" oder "Buchtel" bekannt", ist im Heimatbuch Enzenkirchen nachzulesen. Außerdem sollten, dem Aberglauben nach, Männer am Neujahrstag keine Schulden machen und Frauen nichts flicken.
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