"Kleine Scheibbser, keine Plätze"
Kinderbetreuung stößt an Grenzen

Mama Doris und Papa Sven Richter arbeiten beide. Zeit für Tochter Leonie (und Hund Jackson) bleibt zum Glück trotzdem.
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Die Betreuungsangebote für Unter-Dreijährige sind im Bezirk Scheibbs schlecht aufgestellt.

BEZIRK SCHEIBBS. Heutzutage ist es normal, dass beide Elternteile arbeiten gehen. Man muss flexibel sein. Das Problem dabei: Kinderbetreuungseinrichtungen sind dies sehr häufig nicht. Vor allem bei der Betreuung der Unter-Dreijährigen ist der Bezirk Scheibbs schlecht aufgestellt.

"Nicht generell schlecht"

Helmut Wieser ist der Bezirksstellenleiter der AK Scheibbs. Für ihn ist das Problem klar: "Firmen verlangen immer mehr Flexibilität von ihren Mitarbeitern. Das kann vor allem für Eltern zum Problem werden." So wäre es gut, öffentliche Einrichtungen zu haben, deren Betreuungsangebot ebenfalls flexibel ist. "Allerdings betrifft das im Bezirk nur Kids unter drei Jahren. Alles in allem, ist der Bezirk nicht so schlecht aufgestellt."
Doris Berger ist Tagesmutter aus Petzenkirchen. "Es war definitiv die richtige Entscheidung Tagesmutter zu werden. Die Eltern sind mir immer extrem dankbar, wenn ich da bin." Weiters liebe sie den Umgang und die Arbeit mit Kindern. "Ich weiß, dass ich gebraucht werde."

"Tagesmütter sind Helden"

Tamara Nowotny ist eine alleinerziehende Mutter. "Neben meiner Volleinstellung als Mama, bin ich auch noch im Büro angestellt." Dort müsse sie sehr flexibel sein. Eine Tagesmutter wäre für sie die einzige Option. "Tagesmütter sind Helden!"
Arbeiterkammer-Präsident Markus Wieser erklärt, dass Familie und Beruf keine Gegensätze sein sollen. "Darum sind gute und an die Arbeitszeiten der Eltern angepasste Kinderbetreuungsplätze dringend notwendig." Weiters würden alle Betroffenen von guter und qualitativer Kinderbetreuung profitieren. "Die Eltern, weil sie ihr Kind gut betreut wissen und weil sie ihrer Arbeit nachgehen können und die Wirtschaft, weil sie motivierte Beschäftigte hat", so Wieser.
Vor allem die Situation der Öffnungszeiten ist ein Problem. Nur jede fünfte Betreuungseinrichtung im Land hat nach 17 Uhr geöffnet. Zum Vergleich. In Kärnten haben 36 Prozent auch nach 17 Uhr geöffnet. Österreichweit liegt Niederösterreich beim Angebot an Kinderbetreuung mit mehr als zehn Stunden Öffnungszeit mit 22,2 Prozent an vorletzter Stelle. Nur Oberösterreich liegt mit 15,5 Prozent dahinter. In Wien haben 80 Prozent aller Betreuungseinrichtungen länger als zehn Stunden geöffnet.

Mama Doris und Papa Sven Richter arbeiten beide. Zeit für Tochter Leonie (und Hund Jackson) bleibt zum Glück trotzdem.
Helmut Wieser: "Alles in allem ist der Bezirk nicht so schlecht aufgestellt."

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