13.02.2018, 11:21 Uhr

14. Februar: Lieben oder fasten?

"Liebesfasten": Ein Spaziergang statt einem Restaurantbesuch ist am 14. Februar angesagt. (Foto: privat)

Valentinstag und Aschermittwoch an einem Tag? "Passt gut", meint Pfarrer Hans Lagler aus Steinakirchen.

BEZIRK. Was für die einen der Tag der Liebenden ist, markiert für die anderen den Beginn der Fastenzeit. Am 14. Februar finden sich Valentinstag und Aschermittwoch an ein und demselben Tag wieder. Ein Tag der Gegensätze?
"Nur auf den ersten Blick", wie Steinakirchens Pfarrer Hans Lagler meint, "denn in Wahrheit haben Valentinstag und Aschermittwoch mehr miteinander gemeinsam, als man vielleicht vermuten würde."

Liebe und Vergänglichkeit

"Der kirchliche Kalender bietet eine bunte Facette an Möglichkeiten, um das Leben bewusst in seiner Vielfalt wahrzunehmen", so Lagler. "Am 14. Februar werden wir daran erinnert, das Geheimnis der Liebe zu wahren und zu schätzen, aber zugleich die Vergänglichkeit des Lebens nicht aus dem Auge zu verlieren."

Laut Lagler ergänzen sich Liebe und Vergänglichkeit und werden nicht zuletzt im Bund der Ehe mit den Worten "bis dass der Tod uns scheidet" thematisiert.
Doch wie begeht man am besten einen Tag mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen? "Wichtig ist es, bewusst darauf einzugehen", meint der Geistliche. Soll heißen: sich Zeit nehmen für seine Liebsten, aber auch auf etwas Bestimmtes verzichten.

"Anstatt in ein Restaurant zu gehen und ausgiebig zu essen, ist ein einfacher Spaziergang zu zweit – verbunden mit einem netten Gespräch – nicht weniger schön. Ganz im Gegenteil: Oft ist weniger sogar mehr", sagt Lagler. "Und genau darauf soll uns die Fastenzeit aufmerksam machen."

Modernes Fasten

Dass die Fastenzeit oftmals fälschlicherweise als reine Ess-Diät abgetan wird, ist nicht Sinn der Sache. "Es geht um Verzicht. Aber dieser Verzicht kann vielseitig sein", klärt der Priester auf. "Man kann auch modern fasten, indem man zum Beispiel täglich für einige Stunden auf sein Smartphone oder das Internet verzichtet."
"In erster Linie ist es wichtig, sich selbst und sein Leben nach einer turbulenten Faschingszeit zu entschleunigen. Ziel ist es, das eigene Dasein kritisch zu durchdenken und die Zeit wieder bewusster wahrzunehmen."
Die nächsten 40 Tage bis Ostern (Sonntage sind von der Fastenzeit ausgenommen) geben die Möglichkeit dazu.
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