19.10.2016, 20:47 Uhr

Informationsabend in Maurach am Achensee

Informationsabend über die Nutzung des Notburgaheims in Maurach am Achensee für Jugendliche Schutzsuchende von 14 -16 Jahren.

Die Tiroler Sozialen Dienste (TSD) haben bei der Gemeinde Maurach am Achensee einen Antrag für die Nutzung des Notburgaheimes als Heimstätte für Jugendliche Schutzsuchende gestellt.
Angesichts der gespaltenen Meinungen, Vorbehalte und Ängste zur Flüchtlingsthematik hat die Gemeinde Eben ihre Gemeindebürger zu einem Informationsabend eingeladen, um zu diesem Thema Stellung nehmen zu können,
Nachdem die Referenten der TSD das Projekt ausführlich erklärt haben, konnte jedermann in einer offenen Runde Stellung nehmen.
Es sollte eine Flüchtlingsbetreuungseinrichtung werden, es sind nur Jungen und Mädchen, die ohne Eltern hier Schutz suchen. Jugendliche, die vor Bomben und dem Verhungern fliehen, sie sind keine Verbrecher.
Dieser Informationsabend erinnert mich an einen Informationsabend wegen der Installation eines Drogentherapiezentrums am Seespitz in Maurach.
Diesen Abend hab ich nicht vergessen, genau sowenig vergesse ich diesen Informationsabend. Denn soviel Hass hab ich noch nie gesehen, es war schrecklich. Mir wurde kalt an diesem Abend.
Gott sei Dank gab es auch Mitbürger, die das Projekt begrüßten.

Ist das die Gemeinde, in der ich 44 Jahre lebe?
Es wurden alle Fragen, die gestellt wurden, ausführlich von der TSD beantwortet. Der stellvertretende Polizeikommandant des Bezirkes Schwaz erklärte zum Thema Flüchtlinge und Kriminalität, dass sich trotz steigender Flüchtlingszahlen die Kriminalität zumindest im Bezirk Schwaz nicht erhöht hat. Insbesondere Sexualdelikte könne man nicht pauschal den Schutzsuchenden zuschreiben. Ich kann die Sorgen und Ängste vieler Anwesenden zwar nicht teilen, aber ich respektiere sie.

Solche primitiven, unqualifizierten und teilweise weit hergeholten Argumente wie

„Wir müssen Angst haben, dass unsere Kinder vergewaltigt werden“
„Mein Grund wird entwertet, wenn die in unserer Nähe untergebracht sind“
„Wir müssen Angst um unsere Rente haben“
„ Man kann nicht mehr ohne Angst in die Kirche gehen“ (wegen der unmittelbaren Nähe des Notburgaheimes zur Kirche)
„Ich kann mein Haus nur noch unter Wert verkaufen“
„Warum ausgerechnet in Maurach? Hier wird den Flüchtlingen doch nichts geboten)

lehne ich strikt ab. Es wäre ein Akt der Barmherzigkeit, mit zu helfen, diesen von Not und Pein geplagten jungen Menschen zu ermöglichen, wieder in Frieden und Freiheit und mit einer guten Perspektive für eine lebenswerte Zukunft zu leben. Aber eigene Interessen haben wohl immer Vorrang.
Wie heißt es doch so schön: Das Hemd ist einem näher als der Rock!

Der Antrag auf Unterbringung der jugendlichen Schutzsuchenden im Notburgaheim wurde bei der Gemeinderatssitzung vom 13.10.2016 mit 8 zu 6 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt.Einige Mauracher BürgerInnen mit freiem Wohnraum werden sich schon jetzt die Hände reiben angesichts der einzuhaltenden Quote zur Aufnahme von Flüchtlingen.


Ulla Zenz vom schönen Achensee
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