23.11.2017, 21:27 Uhr

Schwazer Stadtschreiber ist da!

Demian Lienhard
Er ist jung und aufstrebend. Und er hat die Jury – die Mitglieder des Literaturforums Schwaz – unisono überzeugt. Demian Lienhard ist der diesjährige Schwazer Stadtschreiber und befindet sich derzeit in der Silberstadt. Für zwei Monate wird ihm die Unterkunft im Franziskanerkloster zur Verfügung gestellt. Außerdem erhält er ein Taschengeld. Dadurch hat er die Möglichkeit, sich voll und ganz auf das Schreiben zu konzentrieren.Lienhard ist der 28. Autor, der das Aufenthaltsstipendium gewonnen hat. Im April bewarb er sich mit einem Auszug aus seinem Romanprojekt „Solange warten die Namen“. Er war damit einer von 80 Bewerbern, die heuer Texte oder Ausschnitte im Rahmen von 10 Seiten eingesandt haben. Keine leichte Aufgabe für das Literaturforum. Doch Lienhard hat die komplette Jury überzeugt. „Heuer ist eine eindeutige Entscheidung gefallen. Allen fünf Juroren hat der eingesendete Text sowohl sprachlich als auch inhaltlich sehr gut gefallen“, versichern Willi Gösweiner, Margaritha Wanitschek und Hannes Köchl, drei der Juroren für den Schwazer Stadtschreiber. „Mittlerweile hat sich das Stadtschreibertum herumgesprochen und ist sehr beliebt. Mit Demian haben wir unseren ersten Stadtschreiber, der aus der Schweiz kommt“, erklärt Willi Gösweiner.
Demian Lienhard ist 1987 in Baden in der Schweiz geboren. Er hat Klassische Archäologie, Lateinische Philologie und Hispanistik in Zürich, Köln und Rom studiert und in klassischer Archäologie promoviert. Er hatte bereits Veröffentlichungen in verschiedenen Literaturzeitschriften. Zudem ist Lienhard Gewinner des Wettbewerbs „Text des Monats“ des Literaturhauses Zürich Juni 2014, er hat 2015 den Wettbewerb A4 des Literaturhauses Lenzburg gewonnen und im November 2016 schaffte er es in die Endrunde des 22. Münchner Kurzgeschichten-Wettbewerbs, wo er den 7. Platz belegt.
Derzeit arbeitet er an seinem Roman mit dem Arbeitstitel „Solange warten die Namen“, von dem er im Moment etwa 170 Seiten fertiggestellt hat. „Bis zum Ende des Jahres sollte das Manuskript stehen“, erklärt Lienhard. Im Roman geht es um ein 17-jähriges Mädchen, das in den florierenden Drogenszenen der Schweiz in den 1980er Jahren abstürzt. Der Text fokussiert sich auf die Vorgeschichte und beleuchtet die Frage, ob es einen „klassischen Weg“ in die Drogenszene gibt. „Es gibt im Roman Dinge, die genau so in der Drogenszene passieren, oder passieren könnten, auch die Orte, Bus- und Tramlinien sind real, da habe ich viel recherchiert, aber das Mädchen gibt es so nicht“, erläutert Lienhard.
Am 28. November 2017 liest Demian Lienhard aus diesem Roman ab 20 Uhr in den Stadtwerken Schwaz im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Schwazer Herbstlese“ des Literaturforums.   
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