Ermittlung in Simmering
Brandanschlag auf Regenbogenflagge vor Evangelischer Pfarre
- Der Schaden an der Regenbogenflagge hielt sich zum Glück in Grenzen.
- Foto: Leo Mayer
- hochgeladen von Luca Arztmann
Auf die Regenbogenflagge der evangelischen Glaubenskirche in Simmering wurde offenbar ein Brandanschlag verübt. Pfarrerin Anna Kampl, die auch vor Ort wohnt, zeigt sich erschüttert. Die Wiener Polizei ermittelt und auch der Staatsschutz wurde informiert. Der Schaden hielt sich in Grenzen, denn die Pfarre hatte extra eine feuerfeste Fahne gekauft.
WIEN/SIMMERING. Der Juni ist bekanntlich auch der "Pride-Month", in welchem die Sichtbarkeit der LGBTQ+-Community besonders gefördert wird. Bei der evangelischen Glaubenskirche der Pfarrgemeinde Simmering in der Braunhubergasse 20 hängt die Regenbogenflagge aber ohnehin das ganze Jahr.
Für Pfarrerin Anna Kampl ist die bunte Flagge nämlich auch ein Zeichen für Miteinander, wofür man nicht nur im Juni steht. Dennoch ist das Objekt, das über der Höhe des Daches der Glaubenskirche weht, zurzeit besonders im Mittelpunkt. Vergangene Woche sollen Unbekannte versucht haben, die Flagge anzuzünden, wie Kampl berichtet. "Wir sind betroffen, verletzt und verärgert".
Staatsschutz informiert
Der Schaden hielt sich in Grenzen, der Brandanschlag missglückte. Auf die minimalen Schäden wurde man bei der Pfarre überhaupt nur aufmerksam, weil man Vandalismus bei der Regenbogenflagge längst gewohnt ist. Der jüngste Brandschlag war laut Kampl bereits der vierte oder fünfte Zerstörungsakt: "Sie wurde schon abgerissen, gestohlen und beschmiert". Deshalb hat man extra eine feuerfeste Flagge angekauft und sogar ein Reserveexemplar angeschafft.
- Pfarrerin Anna Kampl lässt sich nicht einschüchtern.
- Foto: Walter Skokanitsch
- hochgeladen von Luca Arztmann
Die Pfarrerin erstattete Anzeige bei der Polizeiinspektion Simmeringer Hauptstraße. Von der Landespolizeidirektion bestätigt man, dass die Ermittlungen derzeit noch andauern. So wurden Lichtbilder gesichert, konkrete Hinweise auf Tatverdächtige liegen aber bisher nicht vor. Weil es sich bei dem Brandanschlag um ein sogenanntes Hate-Crime (zu Deutsch: Hassverbrechen) handelt, wurde auch das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) über den Vorfall informiert.
Nachbarschaft sensibilisieren
Für Kampl geht es bei dem Anschlag aber um weit mehr als nur die angezeigte schwere Sachbeschädigung, denn der Angriff galt nicht nur dem Stoff: "Angegriffen werden damit Offenheit, Vielfalt und das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Menschen. Doch diese lassen sich weder verbrennen noch zerstören", so die Pfarrerin in einem Facebook-Posting zu dem Anschlag.
Hinzu kommt, dass Kampl mit ihrer Familie an der Adresse der Kirche auch wohnhaft ist. Deshalb soll mit der Publikmachung des Brandanschlags auch die umliegende Nachbarschaft informiert werden.
Diese, so die Hoffnung der Pfarrerin, soll dadurch aufmerksamer auf etwaige weitere Anschläge achten. "Wir lassen uns nicht einschüchtern", so Kampl abschließend. Die Flagge bleibt deshalb an Ort und Stelle.
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