Der 60er steht in der Kritik - zu voll, zu spät und unzuverlässig?

Seitdem der 58er eingestellt wurde, häufen sich auf der Linie 60 die Beschwerden über Verspätungen.
  • Seitdem der 58er eingestellt wurde, häufen sich auf der Linie 60 die Beschwerden über Verspätungen.
  • Foto: Manfred Helmer
  • hochgeladen von Elisabeth Schwenter

HIETZING. Seit September fährt statt dem 58er die Linie 10 bis nach Unter St. Veit. Die 60er-Bim verkehrt zwischen Rodaun und dem Westbahnhof. Der 58er ist – zum Ärger vieler Fahrgäste – von den Fahrplänen verschwunden. Um den Verkehrsknotenpunkt bei der Kennedybrücke für die Änderungen fit zu machen, müsse man sich als Autofahrer auf Verzögerungen einstellen, hieß es damals vonseiten der Wiener Linien. Die Straßenbahnen würden jedoch regulär unterwegs sein. Insgesamt haben die Wiener Linien im Jahr 2017 23 Millionen Euro in die Modernisierung des Bim-Netzes investiert. Doch fünf Monate später häufen sich die Beschwerden.

Vollgestopfte Straßenbahn

Seitdem die Straßenbahn-Linie 58 eingestellt wurde, ärgern sich immer mehr Fahrgäste über den 60er und den 10er. Zu spät, unregelmäßige Intervalle, vollgestopft, nie pünktlich, heißt es. Die bz hat sich vor Ort und auf der Nachbarschaftsplattform "FragNebenan" umgehört, wie die Bewohner der Bezirke Penzing, Hietzing und Liesing mit den neuen Fahrplänen zurechtkommen. "Schon vor der Einstellung der Linie 58 waren Ober und Unter St. Veit von meinem Wohnort Atzgersdorf aus bestenfalls in 45 Minuten zu erreichen. Seither habe ich mir abgewöhnt, in solche Gegenden mit den Öffis zu fahren", so Frau Eckert aus Liesing. "Der 60er ist zur Schulzeit in der Früh eine Katastrophe – gesteckt voll", beklagt sich Frau Isabella aus Hietzing. Von den versprochenen kürzeren Intervallen habe sie noch nichts bemerkt. "Bald werden wieder hunderte neue Wohnungen fertig. Mit den momentanen Intervallen kann das dann nicht mehr funktionieren", ist sich die Hietzingerin sicher. Fritz Zetik aus dem 13. Bezirk sieht das anders. Auf der Nachbarschaftsplattform "FragNebenan" schreibt er: "Diesen Eindruck kann ich nicht teilen. Der 60er und der 10er sind, wenn ich sie nutze, zuverlässig und gut, aber nicht überfüllt."

Zu spät wegen Parksünder

Spricht man mit den Fahrgästen der Straßenbahn-Linie, stellt sich heraus, dass der 60er immer wieder blockiert ist, weil Autos falsch parken und die Bim dann in Millimeterarbeit vorbeifahren muss. Das scheint ein massives Problem zu sein. "Ich habe schon wöchentlich bei der Beschwerdenummer angerufen. Auch die Echtzeitinformation am Handy zeigt täglich die Verspätungen an. Versprochen wurde, dass der 60er in Zukunft mit Niederflurzügen fahren würde. Das ist nur teilweise der Fall. Als Verbindung zum Westbahnhof quälen sich die Reisenden mit Koffern in die hohen Garnituren. Dazu kommt, dass der 60er ein Schulzubringer ist: für die Wenzgasse, Fichtnergasse, Bergheidengasse, Volksschulen und Volkshochschulen", so Ursula Weber-Hejtmanek auf "FragNebenan".

Wiener Linien: Evaluierungen laufen

"Staus, Falschparker oder andere verkehrstechnische Zwischenfälle wirken sich eins zu eins auf die Garnituren aus und führen in letzter Konsequenz zu Verspätungen. Die Frequenz und die Kapazität der Garnituren werden laufend auf deren Einhaltung bzw. deren Bedarf evaluiert", heißt es von den Wiener Linien. Man habe schon erfolgreich Maßnahmen gesetzt, wie die Rückmeldungen beim Kundendienst seit Monaten beweisen würden. Und weiter: "Der Einsatz von Niederflur-Straßenbahnen erfolgt bedarfsangepasst und wird in regelmäßigen Abständen nachgebessert. Die Einrichtung von weiteren Echtzeitanzeigen entlang die Linie 10 ist in der laufenden Standortevaluierung miteinbezogen. Der Ausbau wird auch in diesem Jahr im ganzen Stadtgebiet vorangetrieben."

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