Konfirmation in der Glaubenskirche
Erwachsen schon als Teenager
- Glaubenskirchen-Konfirmation 2021: Die Konfirmandinnen und Konfirmanden mit Pfarrvikarin Florentine Durel (r), Pfarrerin Anna Kampl und den Konfi-BetreuerInnen der evangelischen Pfarrgemeinde Simmering
- hochgeladen von Christian Buchar
Schon als Teenager erwachsen zu sein – das geht: Jedenfalls in der evangelischen Kirche. Denn mit der Konfirmation, die ab einem Alter von 14 Jahren möglich ist, bekommen evangelische Christinnen und Christen die gleichen Rechte wie Erwachsene.
Gleiche Rechte, das heißt etwa, dass die Jugendlichen nun Taufpaten- und –patinnen werden können. Sie dürfen wählen, also beispielsweise mitentscheiden, wer Pfarrerin oder Pfarrer in ihrer Gemeinde wird. Und sie dürfen auch selbst gewählt werden, etwa in die Gemeindevertretung ihrer Pfarrgemeinde. Selbst Nottaufen, wenn ein Kind bei der Geburt sehr krank ist und zu sterben droht, dürfen Konfirmierte durchführen – eine Situation, in die sie hoffentlich nie kommen.
„Ja zur Taufe“
„Und beim Abendmahl dürfen Konfirmierte Wein trinken“, ergänzt Pfarrvikarin Florentine Durel, die in der Glaubenskirche die Jugendarbeit mit vollem Engagement vorantreibt, mit einem Schmunzeln. Und im Ernst: „Mit der Konfirmation sagen die Jugendlichen Ja zur Taufe. Sie sagen Ja dazu, dass sie Teil der Gemeinschaft, Teil der evangelischen Kirche sein wollen. Es ist nun ihre Entscheidung, nicht mehr wie bei der Taufe die Entscheidung ihrer Eltern.“
Schlafen in der Kirche
Erst am 26. September sind in der evangelischen Pfarrgemeinde Simmering elf junge Menschen konfirmiert worden - unter freiem Himmel vor der Heilandskirche auf dem Zentralfriedhof. Mitte Oktober folgt bereits die Vorstellung der nächstjährigen Konfirmandinnen und Konfirmanden. Denn vor der Konfirmation ist rund ein dreiviertel Jahr lang ein eigener Vorbereitungskurs zu absolvieren. „Dabei erfahren die Jugendlichen mehr über ihren evangelischen Glauben. Und zugleich nehmen wir uns aber auch die Zeit für jede Menge Spiel und Spaß“, so Florentine Durel. Über den letzten Sommer ist unter ihrer Führung in der Glaubenskirche ein eigener Jugendraum entstanden. Und auch eine Übernachtung direkt in der Kirche, der so genannte „Konfi-Schlaf“, gehört, wenn Corona es zulässt, zum Fixprogramm.
„Ein starkes Licht“
Es tue gut zu wissen, dass es mit Gott eine Kraft gibt, die vielleicht nicht immer alles erfüllen kann, was man sich wünscht, bei der man aber weiß, dass man nicht alleine vor den großen Fragen des Lebens steht, gab Durel in ihrer Predigt den Jugendlichen bei der Konfirmation im September mit. „Gott kann uns durch die Zeit begleiten, uns stärken in unserer Hoffnung, uns die Kraft geben, damit wir das schaffen können, was wir vorhaben, uns helfen unsere Sorgen zu tragen.“ Er könne „ein starkes Licht“ sein. Und weiter: „Und plötzlich ist das Dunkle nicht mehr so dunkel und das Helle wird noch ein kleines Stückchen heller.“
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