Eberstein
Felix Wurzer: "Das Rettungsauto kam nicht"

Felix Wurzer aus Eberstein wartete eine Stunde auf die Rettung, ehe er selbst ins Krankenhaus St. Veit fuhr.
  • Felix Wurzer aus Eberstein wartete eine Stunde auf die Rettung, ehe er selbst ins Krankenhaus St. Veit fuhr.
  • Foto: Claudia Hölbling
  • hochgeladen von Bettina Knafl

Felix Wurzer musste eine Stunde auf die Rettung warten. Schließlich fuhr er selbst ins Spital.

EBERSTEIN. Sonntag, 26. Jänner, später Nachmittag. Felix Wurzer bemerkt Anzeichen einer Thrombose. Er wählt den Notruf 144, schildert sein Problem und wartet auf den Krankenwagen. "Als nach einer Stunde die Rettung noch immer nicht bei mir war, habe ich erneut angerufen. Ich dachte, sie haben auf mich vergessen", erzählt Wurzer.

Auf der Warteliste

In der Rettungsleitstelle habe man ihm versichert, er sei noch auf der Warteliste, aber man habe kein Auto. "Es war Sonntag, 19 Uhr. Angeblich waren im ganzen Bezirk St. Veit nur zwei Rettungswägen verfügbar. Ich habe größten Respekt vor dem Ehrenamt, aber das kann nicht sein", ärgert sich der Ebersteiner. Schließlich ist der 64-Jährige selbst mit dem Auto ins Krankenhaus St. Veit gefahren. "Der diensthabende Arzt war erstaunt und konnte es nicht glauben, dass ich mit einer Thrombose selbst gefahren bin."

Als Transport eingestuft

Täglich gehen etwa 1.400 Gespräche in der Rettungsleitstelle ein. Der St. Veiter Rot-Kreuz-Bezirksgeschäftsleiter Heinz Gritzner bestätigt, dass Wurzer eine Stunde gewartet hat. "Die Fahrt war laut unserem Abfrageschema als normaler Sanitätseinsatz ohne Dringlichkeit, sprich ein Krankentransport, eingestuft", sagt Gritzner.
Parallel war Sonntagabend das Rote Kreuz mit Notfällen gefordert. Dass nur zwei Rettungsautos im Einsatz waren, stimme nicht, weil neben St. Veit auch Friesach rund um die Uhr besetzt sei. Bei Notfällen würden auch Rettungswägen aus den anderen Bezirken angefordert. "Zusätzlich wird eruiert, welche Fahrzeuge zeitnah am Einsatzort sind", erklärt Gritzner. Bei Notfällen werden zudem First Responder benachrichtigt: Die Mitarbeiter aus dem Rettungsdienst können auch außerhalb ihrer Dienstzeit parallel zum Rettungsdienst alarmiert werden.
Mittlerweile geht es Wurzer zum Glück wieder gut. Ob er die Rettung das nächste Mal anruft? "Das muss ich mir überlegen."

Die Rettungsleitstelle: 
Die Rettungsleitstelle dient der landesweiten Notrufannahme, Disposition der Einsatzmittel und der Einsatzführung. Täglich gehen etwa 1.400 Gespräche in der Rettungsleitstelle ein.

Eingehender Notruf:
Geht ein Notruf in der Rettungsleitstelle ein, werden alle für einen Rettungsmitteleinsatz notwendigen Daten im Einsatzleitsystem erfasst. Die erste Frage des Disponenten an den Anrufer ist die nach dem Notfallort.

Die Notrufabfrage:
Als erstes Glied einer Rettungskette müssen die Leitstellendisponenten eine Fülle von Informationen erfragen, auswerten und daraus die richtigen Schlüsse ziehen. Das Ergebnis dieses Entscheidungsprozesses ist die Alarmierung der erforderlichen und geeigneten Rettungsmittel. In der Rettungsleitstelle kommt das Advanced Medical Priority Dispatch System (AMPDS) zum Einsatz. Dieses aus den USA stammende Abfrageprotokoll standardisiert die Vorgehensweise bei der Notrufabfrage und stuft die Dringlichkeit eines Notfalles in einer von fünf Stufen ein.

Autor:

Bettina Knafl aus St. Veit

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