15.03.2017, 05:00 Uhr

Die Förster des Bezirkes St. Veit sind die "Polizei im Wald"

Förster Manfred Jamnig leitet die Forstaufsichtsstation Straßburg und ist für rund 18.000 Hektar Wald zuständig

Manfred Jamnig leitet die Forstaufsichtsstation Straßburg. Schädlinge machen Probleme.

BEZIRK ST. VEIT. Seit August 1994 leitet Förster Manfred Jamnig die Forstaufsichtsstation Straßburg. Er hat die Aufsicht für rund 18.000 Hektar und betreut die Flächen in den Gemeinden Straßburg, Mölbling, Althofen, Micheldorf, Guttaring und zum Teil Friesach.

"Polizei im Wald"

"Förster sind die Polizei im Wald", zieht er einen Vergleich. Er muss die Überwachung und Einhaltung forstgesetzlicher Bestimmungen im gesamten Forstaufsichtsbereich sicherstellen. Eine Kernaufgabe ist die Hilfe bei forstlichen Förderungen und die Beratung der Waldeigentümer. Jamnig ist Vertrauter der Waldbesitzer in allen Belangen. Sein Motto ist "Fragen kostet nichts". "Ich gebe Hilfestellung und helfe, Probleme zu vermeiden".


Der Borkenkäfer

Der Borkenkäfer ist ein Problem. "Fichten sind in unserem Gebiet der Hauptbrotbaum, dass heißt, der wirtschaftliche Schaden ist hier am größten". Der Lebensraum der Fichte beginnt eigentlich erst ab 1.000 Metern Seehöhe. In tieferen Lagen ist der Baum anfällig für Schädlinge, die Klimaerwärmung tut ihr übriges. "Nicht nur Borkenkäfer werden mehr, auch invasive Schädlinge aus dem Ausland".
Leider immer noch aktuell sind Verwüstungen im Wald. "Man möchte nicht meinen, was die Leute alles im Wald abladen", sagt Jamnig. Sogar Autos würden im Wald entsorgt werden.


Gute Waldhygiene

Jamnig stellt den Waldeigentümern ein gutes Zeugnis aus. „Die Waldhygiene ist größtenteils sehr gut, der Wald in meinem Bereich wird gut bewirtschaftet. Nur durch gute Bewirtschaftung haben die Besitzer auch ein fixes Einkommen“. Er lobt die gute Waldgesinnung. Allerdings haben die Wildschäden durch Verbiss und Schälung zugenommen. "In vielen Bereichen ist der Wildbestand zu hoch. Das Wald-Wild-Verhältnis passt daher nicht mehr, die Kosten tragen die Waldbesitzer", zeigt Förster Jamnig auf.

Liebe zum Beruf

Dass er seinen Beruf liebt und "mit keinem Menschen tauschen möchte", wird spätestens beim Lokalaugenschein im Wald klar. Und auch das mit dem Autofahren ist so eine Sache: "Ich muss mich immer darauf konzentrieren, die Straße im Blick zu haben. Ich sehe überall nur die Bäume und deren Zustand".


Die Forstaufsichtsstationen im Bezirk
Im Bezirk St. Veit gibt es fünf Forstaufsichtsstationen: Forstaufsichtsstation (FAST) Straßburg wird von Förster Manfred Jamnig (Foto) geleitet. Die FAST Eberstein leitet Förster Ulf Pirolt, die FAST Metnitz Förster Michael Golja, FAST Weitensfeld Förster Peter Pertl und die FAST St. Veit Förster Günther Possegger. Leiter der St. Veiter Bezirksforstinspektion ist Matthias Pirker.

Die Aufgaben:
Überwachung der Wälder, Erstellung von Gutachten, Beratung der Waldeigentümer, Mitwirkung bei forstlichen Förderungen, forstlicher Jahresbericht für statistische Zwecke, Waldpädagogik und forstliche Öffentlichkeitsarbeit


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