"Es hat sich verselbständigt"

Medizinstudent Nenad R. und Chemiestudent Hasan Ö. waren selbst aktive Bib-Runner.
  • Medizinstudent Nenad R. und Chemiestudent Hasan Ö. waren selbst aktive Bib-Runner.
  • hochgeladen von Julia Brandner

INNENSTADT (jub). Durch ein YouTube-Video erlangte das Rennen um die besten Plätze in der Innsbrucker Universitätsbiblithek, der sogenannte Bib-Run, die Aufmerksamkeit der Medien. Das Video hat bereits über 160.000 Klicks. Diese unfreiwillige Präsenz in der Öffentlichkeit zwang die Beteiligten zum Handeln.

Der Bib-Run im Video

Zu sehen ist eine Traube von Studierenden vor dem Eingang der ULB Hauptbibliothek. Zunächst ist alles ruhig in der Bib, doch dann wird die Tür aufgemacht und das Rennen beginnt. Rucksäcke werden in die Ecke geschleudert und Lernplätze werden mit Blöcken reserviert wie Strandliegen im Urlaub. Abgeschlossen wird das Video mit einer Siegerpose von Usain Bolt.
Dieses Video war nicht gestellt, sondern es zeigte den Alltag in der Hauptbibliothek. Wie diese Situation überhaupt zustandekommen konnte, erklärt Monika Schneider, Mitglied des ULB-Presseteams: "Fängt einer an zu rennen, ziehen andere mit. Es hat sich einfach verselbständigt."

Der Bib-Run heute

Mittlerweile geht es auf der Hauptbibliothek im Vergleich zum Video sehr gesittet zu. Gerannt wird nicht mehr, man stellt sich an und geht sich danach still einen Lernplatz suchen. Das ist nicht ohne Grund passiert, wie Monika Schneider betont: "Das Video war für uns ein ernster Anstoß, etwas an der Situation zu ändern. Die Sicherheit geht einfach vor."
Zwar seien beim Bib-Run keine Unfälle passiert, dennoch wurde ein Wachdienst engagiert, der die Situation in geregelte Bahnen lenken sollte. Heute übernimmt das Bibliothekspersonal diese Aufgabe selbst. Die Rückmeldungen seien laut Monika Schneider durchweg positiv.

Der Reiz der Hauptbib

Wenn im Neubau der ULB schon alle Plätze belegt sind, herrscht im Historischen Lesesaal, der im selben Gebäude liegt, geradezu gähnende Leere. Auch in den Bibliotheken der Sowi, der Technik oder der Medizinischen Universität sind um acht Uhr morgens kaum Menschen anzutreffen. Die Hauptbibliothek übt also einen großen Reiz auf die Studierenden aus. Diesen erklärt sich ULB-Mitarbeiterin Gerlinde Wieser wie folgt: "Wir liegen einfach sehr zentral."
Dass die ULB Hauptbibliothek durch ihren Standortvorteil punkten kann, bestätigen auch Medizinstudent Nenad R. und Chemiestudent Hasan Ö., beide ehemalige Bib-Runner, die auch in dem viral gegangenen YouTube-Video zu sehen sind. Auch auf die Frage, warum der Historische Lesesaal weniger Menschen anzieht, haben die Studenten eine Antwort: "Die Tische sind so extrem niedrig, dass man kaum Platz für die Beine hat. Außerdem ist es da drin extrem laut wegen des Baustellenlärms."

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